Sokrasstext

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Das Sudelbuch der Slam-Schlammschlachten des Sokrasstext

SoKrassText. So Krass Text. Sokrasstext.


Der sehr geehrte Herr Sokrasstext ist zu faul sich eine ordentliche Self-Marketing-King Matrix-Präsenz aufzubauen und beschreibt die Beschreitung seines Weges über die Slam-Schlammschlacht-Felder dieses kleinen Planeten ganz und gar voreingenommen auf dieser wunderschönen Seite im Sudelwiki.


SoKrassText, mein aktueller Poetry-Slam-Avatar, wurde am 15.01.2010 auf dem BastardSlam im Festsaal Kreuzberg zum ersten Mal durch ein Dimensionstor in die lyrische Gummizellenhölle geschickt um sich professionell & öffentlich lächerlich zu machen und daraus Profit für seinen Heimatplaneten zu ziehen. Ein seltsamer Planet auf dem man mit "Lachern" und "dem Klatschen" bezahlen kann, dass man auf anderen Planeten eingesammelt hat. Also reines Ressourcen-Harvesting hier ;)


Am 16.01.2010 wurde diese Seite eröffnet, da SoKrassText plant sich auf diverse weitere Slams in Berlin zu beamen um die Poetry-Slam-Gewohnheiten der Einheimischen einem erweiterten Re-Konditionierungsprogramm zu bunterziehen. Damit SoKrassText und ihr wisst, wo er sein wird und wo er war, wird er hier eine Art Slam-Tag-E-Book führen und es im Laufe der Zeit mit digitalem Schlamm füllen.


Dieser erstaunliche Bericht ist chronologisch von oben nach unten zu lesen - gelegentlich wird es seltsame Zeitverdrehungen geben, da ihr den Text eventuell zu einem Zeitpunkt lesen werdet, an dem die beschriebenen Ereignisse noch in der Zukunft lagen. Ich möchte diesen Bericht aber ebenso wie mein Erscheinen auf den planetaren Planken der Poesie möglichst munterhaltsam halten und verzichte deshalb zu gunsten des Spaßes auf eine perfektionistische Strukturierung dieses Dokuments. Amen.


Um der stetig voranschreitenden Worterosion ein Slämmchen zu schlagen, werde ich zu jedem Slam an dem ich teilgenommen habe meinen erweiterten Assoziationsraum präsentieren - inklusive Anmeldungs-E-Mails, meinen Überlegungen zur Textauswahl, meinen verwendeten Text und natürlich meinen Kommentar zum Ablauf des jeweiligen Abends.

Die Termine des SoKrassText in der Vergangenheit

15.01.2010 BastardSlam im Festsaal Kreuzberg

Skalitzer Str. 130, Berlin, Beginn: 21:00 Uhr, Eintritt: 5 Euro, Moderation: Wolf Hogekamp & Lino Ziegel, SlammerWelcome = an der Kasse melden

Die Location

Geiler Ort, dieser Festsaal Kreuzberg, hat mich direkt an eine Western-Saloon-Kulisse erinnert und ruft nach einer Kneipenschlägerei - da aber alle Besucher sehr zivilisiert waren, gab es Slamseidank keine Komplikationen.

Kommentarus Krasstextus

Been there, done that, gone crazy ;) In der Vorrunde rausgeflogen, aber in der schwersten & besten Vorrunde gewesen und dabei immernoch am zweitmeisten Applaus eingesammelt. Hat Spaß gemacht mal wieder durch das Dimensionstor in die lyrische Gummizelle auf der Bühne zu gehen und das Wort-Zen-Schwein Amok laufen zu lassen. Slam ist sehr brav geworden in good ol' Germany, sehr ruhig - lesen - klatschen - Schnauze halten - lesen - klatschen - Schnauze halten - da geht noch was. Es scheint sich die Spezies des ruhig lesenden, sympathischen Schluffis mit humorvollen Texten durchzusetzen, das ist mir nicht unsympathisch und ich werde auch noch viel in Richtung Comedy experimentieren - doch biete ich auch gerne einen Kontrapunkt als Kontrastprogramm zum freundlichen Wettbewerb der braven Dichter. Ist schliesslich keine Lesebühne, sondern ein SLAM!

Vor dem Slam ist nach dem Slam

Da es mein erster Slam seit langem war, war ich sehr aufgeregt und hatte mich tagelang vorbereitet, verschiedene Roh-Versionen von Texten gebastelt, letztendlich einen ausgewählt, den auswendig gelernt (ANSTRENGEND! Sehr.), mehrfach verbessert und dann festgestellt: Mist, dauert länger als fünf Minuten, egal wie schnell ich das runterratter. Deshalb habe ich unter großem Wehklagen wundervolle Passagen gnadenlos entfernt. Wirklich, schreiben kann ein sehr schmerzvoller Prozess sein, erst erweckt man diese fantastischen Zeilen zum Leben, und dann muss man ihnen kurze Zeit später schon wieder die Gliedmaßen abhacken. Aber was tut man nicht alles für einen Slam. Schnipp. Schnapp. Eine ganze DIN A4 Seite weggekürzt.


Krokodilsträne


Ich hatte den Text jetzt also soweit, wenn ich ihn ohne jeden Fehler, in maximaler Geschwindigkeit aus meiner Mundfeuerwaffe ballerte, dann käme ich auf sekundengenau 5 Minuten. Wenn.

Ja, da war noch dieses "wenn".

Denn ich habe den Text am Dienstag auf Papier geschrieben, am Mittwoch auf den Computer übertragen und auswendig gelernt, am Donnerstag gekürzt und die gelöschten, bereits auswendig gelernten Passagen wieder aus meinem Gehirn rausoperiert - und dann am Donnerstag-Nachmittag festgestellt: Mist, das ist doch alles Shyce, dieser Text taugt doch nichts, und vorallendingen stolpere ich immernoch, und wenn ich den so rausknattern muss, dann haben die Wörter alle keinen Platz zum Atmen und die ganzen Untertöne kommen garnicht beim Zuhörer an.

Es musste also ein neuer Text her. Doch woher nehmen, wenn nicht schreiben?

Also schnell einen Stift geschnappt und diesmal einen kurzen, knappen, einfachen, schlagkräftigen Text geschrieben, zum Thema: 10.

Es sollte um das Bewertungssytem beim Slam gehen, welches einstmals und auch heute gelegentlich noch aus einer 5-köpfigen, zufällig aus dem Publikum ausgewählten Jury besteht, deren jedes Mitglied 1-10 Punkte für die Performance eines Poeten vergeben kann. Das Ziel des Textes war es 10 Punkte zu bekommen, von jedem Juror. Das ist oft das Ziel von Slam-Texten - das besondere an diesem Text war allerdings, dass er sehr offensiv versuchte an diese 10 Punkte zu kommen. Mit Witz, Schlagfertigkeit, Überraschungseffekt und Frechheit wollte ich überzeugen.

Es war also Donnerstag-Abend, mein neuer Text war fertig, einfach und kurz. Zum auswendig lernen reichte die Zeit aber nichtmehr aus, beziehungsweise ich hatte noch andere Sachen vor und so kam es zu einer historischen Entscheidung: ich würde den Text auf der Bühne vom Blatt ablesen.

Das wäre für mich völlig neu gewesen, da ich in vergangenen Leben eigentlich immer Freestyles auf der Bühne präsentiert habe, oder auswendig gelernte Texte, oder aber seltsame Mischungen aus Freestyle kombiniert mit einigen der unzähligen Text-Loops aus meinem internen Sample-Speicher.

Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man slämmt.

Beim Bastard-Slam wird nämlich mittlerweile nach Applaus bewertet.

Mein Text "10" hatte nun also überhaupt keinen Bezug mehr zur Raumsituation und war in wenigen Sekunden zu einem zweckfreien Witz verpufft - ich brauchte schleunigst eine Lösung...

... ich saß also immer unruhiger werdend auf dem Stuhl und in meinem Kopf entwickelte sich ein immer größer werdender Hurricane aus tausenden von möglichen Textloops, von fantastischen Wortkaskaden - doch so sie liefen immer wieder auseinander und ich versuchte mich zu fokussieren auf ein paar Notfall-Anker, die ich mir vorher in mein Unterbewusstsein eingebrannt hatte:

  • Hab keine Angst, flieg so hoch wie du kannst, denn der Boden der Tatsachen ist immmer für dich da - um sicher zu landen.
  • Lass Alles los, dann bekommst du Alles Geschenkt.
  • Es geht nicht darum Wörter zu lesen, es geht darum Wörter zu leben - ihnen Leben zu geben.

Notfall-Anker hin oder her, der Hurricane wurde immer heftiger und kam immer näher, das gesammelte Chi-Monster in meiner Magengegend rief immer lauter "Du willst pissen gehen...", aber ich lachte der Fratze todesmutig ins Gesicht und erinnerte mich an eine andere alte slaminesische Weisheit und sagte zu mir selbst: "Das da vorne ist keine Bühne, das da vorne ist ein Dimensionstor - auf die Bühne gehen ist wie einschlafen - vor der Treppe bis du noch wach, wenn du die Treppe hochgehst machst du die Augen zu, während du die paar Schritte über die Bühne bis zum Mikrofon gehst betrittst du die Traumdimension, wie beim einschlafen, und sobald deine Hände das Mikrofon erreichen stehst du mitten in deinem Traum und entscheidest frei wohin die Reise gehen soll. Der einzige Unterschied zum schlafen: du sprichst deinen Traum in das Mikrofon. Erst ein unklarer Wirbel von Bildern und Gedanken, und dann plötzlich passiert es von selbst - du fliegst - bis zum Ende der Zeit. 5 Minuten. 5000 Jahre. 5 Minuten."

Slam Over. Highscore. Wie im Schlaf. Traumhaft ;)

Naja, ich habe dann wohl ziemlich wild auf der Bühne rumgezappelt und dabei erstmal einen sehr seltsamen, ziemlich unsortierten Gedankenstrom abgesondert bis mir irgendwann meine Geheimwaffe einfiel: das Alphabet. Ich hatte das Alphabet extra vorher auswendig gelernt - vorwärts und rückwärts. Das Alphabet kommt immer gut, das kennen alle, damit haben alle schonmal Erfahrungen gemacht, damit können sich alle identifizieren. Das Alphabet hat mich gerettet ;)


Bahnhof?


Nun, ich habe das Alphabet nicht Buchstabe für Buchstabe einzeln aufgesagt, sondern von A bis Z in als ein einziges Wort ausgesprochen: Abcdefghijklmnopqrstuvxyz. Gar nicht so schwer. Sollte man eigentlich schon in der Grundschule gelernt haben...


... durch das Alphabet fiel mir dann auch der auswendig gelernte Text wieder ein, den ich eigentlich am Vortag verworfen hatte und ich beschloss im Angesicht des uferlosen Wahnsinns diesen Strohhalm zu greifen, einen tiefen Schluck dieses lyrischen Cocktails zu einzusaugen und ihn wie ein Feuerspucker ins Publikum zu pusten. Fchchchch - fauchte der Drache und das Feuer seines Werkes erhellte den Nachthimmel. Anstatt den Text in Hochgeschwindigkeit runterzurattern verzichtete ich gleich auf die Hoffnung ihn zeitgerecht zu servieren und konzentrierte mich stattdessen darauf den Worten genügend Raum zur Entfaltung zu geben, sie deutlich zu betonen und mit ungewöhnlicher Aussprache schmackhaft zu würzen.


Es schien den Menschen zu schmecken, und so klatschten sie mir eine gefühlte Applaus-Tsunami um die Ohren, die mich langsam wieder aus dem Traumtunnel in die Realität zurückholte. Ich war froh wieder auf meinem Platz zu sitzen und dieses wohlige Gefühl absoluter, innerer Ruhe zu genießen: "Du hast für heute alle Aufgaben erledigt, niemand erwartet von dir noch großartige Worte oder übermenschliche Werke - du kannst dich einfach zurücklehnen, vorübergähnend nichts tun und - genießen."


Ich hätte mir meinen seltsamen Auftritt wirklich gerne mal aus der Aussenperspektive angeschaut und mich über mich selber schlappgelacht - aber vielleicht ist es auch besser so, dann weiss ich nicht ganz so genau was ich alles angestellt habe. Es muss in jedem Falle NOCH besser werden - aber nach langen Jahren der Abstinenz ist man solche Mengen an Lampenfieber halt nicht mehr wirklich gewöhnt. Dröhnt jedenfalls, und ist auch noch legal. Wow! Etwas kostenloses, das Spaß macht und nicht verboten ist - und das in Deutschland - unglaublich! Insofern kann ich jedem nur empfehlen: "Geh mal auf eine Slam-Bühne, es lohnt sich."

Text: Slampler One

Slampler One

Zyx Wvuh Tsrq - Ponml Kjih Gfedcba 
Abcdefg Hijklmnop Qrtsuvxyz 
Ud Tsachim Negorteb Ellöh Red NHooooooos! 

Das ist Freistil-SlamSalamiTaktik, Wörter mit Haptik, 
Genie ohne Angst, auf Geistertanz, mit Absicht 

Sich - 
selber in die Scheisse reiten und an den eigenen Haaren wieder rausziehen. 
Das ist - 
abartig, pervers, verzerrt, unangebracht, dreckig, verkehrt, schief und LAUT 
"Lass das, du Sau! ... oooh, gib mir noch mehr!" 

Släm-Männer sind Rampenschweine & tuen alles für die Schlampenreime, 

Släm-Frauen sind Rampensäue & suhlen sich im Bühnenlicht - 
oder rampenscheue Dichterelfen & wollen euren Herzen helfen. 

"Wann ist ein Släm ein Släm?"  

+ Wrsch! 

Wenn du danach dein Weltbild nicht wiedererkennst - 
wenn dein Selbstbild beim Blick in den Spiegel verbrennt 

+ Chuuh!

SLAM! Ist unsre Aufgabe - und nicht Comedy mit Aussage. 

"Hä, warum n das nich?" 

Dat hier is ne PommesProllPoetenPoserParty ohne Bio-Bacardi - 
ihr darbt bei Trockenbrot und Jambus, doch dat hier is n Bad in Wort-Schampus. 

+ Prrrschschsch... 

SLAM! Is Freiheit pur, Livekultur rund um die Uhr und ohne Zensur - 
Wort-Zen pur. 
Ich bin ein Wort-Zen-Schwein, 
dring durch alle Pforten ein, 
Nich zu Vers-Ant-WORT-en Nein 
Halt die Ohren zu dann komm ich durch die Poren tief rein 
Vielen SLAM-DUNK für Ihre Aufmerksamkeit, 
sie verspricht mir den Sieg, die Erfolgsgarantie, 
ich bin selbstverliebt-heits Libero mit lyrischer Libido 
i Do, 
Konsonanten Kung-Fu 
am Kotti im Kimono bitte ein Kilo Floh- 
Fleisch 
für diese Show gleich 
kommt KaosKino in 3D 
stapfen Killer-Kommando-Komodo-Warane auf mich zu durch den Schnee- 
Sturm, kommen kolossale Kamikaze-Kannibalen-Aale und werfen die Randale-Sandale 
auf Bush! 
Scheiss auf Wahlen und Wale 
es geht um Slam-Schlammschlacht-Skandale 
ein Tusch- 

Slample: 
"Das ist alles Photoshop, E-o-Eo - 
 das ist alles nur nicht echt, E-o-Eo" 

E oder Stereoide, ich hab ne Stereo-I.D. und bin ein Druide, 
ich male mit dem Finger Worte in Steine wie Magma fluide, 
wälze mich wie Berge nach links und begrabe dabei Städte 
ich bin kreativ, wie Kontinentalplatten, 
neue Gebirgsketten sind der Ausdruck meines Schaffens.
Ihr erschlaffenden, aalglatten Affen,
an euern behinderten Waffen werdet ihr verenden und im Nix verpaffen, 
ihr könnt mir nix bieten, seid evolutionäre Nieten - 
ihr schmeisst noch mit Hinkelsteinen und nennt sie MEGA-lithen, 
doch ich komm wie Meteoriten und bring der Menschheit ewigen Frieden. 

"Liebling, wechsel das Thema..." 

(nett, leise und freundlich):"O.K." 

(laut): FICK DIE GEMA! 
Geh ma nach Hause, Copyright ist Aberglaube, 
euch fehlen die Schrauben, macht ma ne Pause: für IMMER! 

CUT! 

Släm, wurde eine Institution 
inklusive Bürokratie, König und Thron. 
Släm, wurde ein Geschäft - 
ich zog mich zurück in Richtung Glück - 
und dort blieb ich, das Glück liebt mich, 
umgibt mich & trieb mich 
zum Glück zurück zum Släm 
um euch zu beglücken, mit freien Stücken vor Glück zu entrücken 
Glückspilze zu pflücken und als Ragout zu verdrücken. 

(Der Text ist noch ca. doppelt so lang, aber weiter kam ich an jenem Abend nicht - wie es weitergeht werdet ihr zu gegebener Zeit erfahren.)

Text: Zehn

ZEHN.

Komm du hast die Macht - GIB 10
Du hast die Power heut Nacht - GIB 10
Du schaffst es, komm schon gib alles - GIB 10
Die Zahl des Abends, die Zahl der Wahl,
so wunderschön dezimal - 
so mutig und radikal -
so klug und besonnen -
was eine Zahl - 
GIB 10

"Komm gib mir Fünf, Hau rein - 
und schlag mit der zweiten Hand auch noch ein", das GIBt 10
Das is das Brot wovon Slammer leben - GIB 10
Gute Gründe die Zehn zu geben:

Sie hat eine Stelle mehr - als die Eins - GIB 10

ist nich so gemein - wie die Zwei
und nich so Mitleid - wie die Drei - GIB 10

Sie hält die Slämmer wach 
bis halb Vier - am Nachmittach -
und um Fünf wird weitergemacht - GIB 10

Sie ist nicht so anstrengend wie Sechs
und nicht so christlich wie die Sieben - GIB 10

Sie hat mehr Macht als die Acht
und noch nie mit deiner Neu'n rumgemacht - GIB 10

Du hast die Kraft -
halt dich nicht zurück, geh direkt zum Glück - GIB 10
Von "Nur zu Besuch" direkt auf "Frei parken" - GIB 10
Knack den Jackpot und feier dein Leben - GIB 10
Besauf dich am Siegesrausch und reier daneben - GIB 10
Extraleben - eins mehr als ne Katze - GIB 10
Kopfschüsse für jede Nazi-Glatze - GIB 10
Jahre deines Lebens im Knast, allet Peanuts - eh -
Was wollte ich nochmal sagen? GIB 10
"Für den Kick, für den Augenblick" GIB 10

Ich kann nix mehr sehen ausser Zehnen und Szenen von 10 Ehen aus 10 Leben,
bis an die Zehnen bewaffnete Sarazenen legen 10 Pfeile auf 10 Sehnen,
und schiessen sie über 10 Seeen hinter den Dieben ihrer Herzen her, 
nach denen sie sich sehnen.
Die Schreie von 10 Wehen, wehen über 10 Zeitebenen 
und wir sehen 10 mal Zehnlinge entstehen,
von denen sich jeweils 10 mit 10 andern nicht verstehen,
weshalb 10 Königreiche entstehen und über zehntausend Jahre vergehen,
bis am Ende nur noch 10 Zentimeter von den Mauern aller Städte stehen.

Doch nicht nur Legenden lieben die 10,
auch die Wissenschaft betet zum Dezimalsystem - GIB 10

Zehn zahme Slämmer zogen zehn Supertexte vom Kotti bis zum Zoo durch den Kakao - GIB 10

Halte inne - lausche der Stimme -
spür die Energie - 10 mal 10, 100%, GIB 10.

Ihr sagt: 10.


19.01.2010 Saalslam im Heimathafen Neukölln

  • Man kann sich an der Kasse anmelden und/oder per E-Mail in Kontakt treten
    • Falls mehr Dichter antreten wollen, als Startplätze vorgesehen sind (zur Zeit anscheinend 9-10 Startplätze) wird ausgelost, wer Pech hat, kommt dann eben nicht dran - das ist - wie soll ich sagen: suboptimal. Wenn Slammer kommen, dann sollten die auch auf die Bühne dürfen, dann wird die Vorrunde eben voll. Nun, ich hatte Glück und habe per Los einen Startplatz ergattert.
  • Webseite: http://saalslam.de/
  • Beginn: 20:30

Die Location

Sehr schöner Saal und sehr schöne Bühne mit sehr schönem roten Vorhang. Sehr angenehmes Publikum - freundliche Atmosphäre - eine gewisse Nähe - noch nicht so voll wie der Bastard-Slam im Festsaal Kreuzberg.

Kommentarus Sokrasstextus

Sehr guter Abend mit sehr guten Texten - ich habe sehr viel gelacht, mich zwischendurch gegruselt und dazwischen dann noch mich selbst in vielen Texten wiedergefunden und fühlte mich sehr wohl in einer angenehmen Welt voll mit Dichtern und Denkern.

Ich hatte Glück und wurde per Los ausgewählt, ich hatte Pech und den ersten Startplatz - aaaaber - so schlimm finde ich das garnicht - erster zu sein - so war ich wenigstens eine Zeitlang "Erster".

Die Akustik war gut, die Moderation war auch brauchbar, hat aber etwas erschrocken auf meine Zwischenrufe reagiert - Zwischenrufe - das gibt es im deutschen Slamtheater noch nicht so richtig - und - singen darf man auch nicht. Dafür bekommt ihr irgendwann noch einen richtig schönen Text serviert.

Sehr schön ist die sehr demokratische Abstimmungsmethode mit Wahlurnen, in die jeder seine am Anfang erhaltenen Wahl-Chips einwerfen kann. Abgestimmt wird am Ende der Vorrunde, also nachdem jeder Poet einen Text vorgetragen hat - nix mit Gruppen oder so. In der Pause stehen dann für ca. 20 Minuten Wahl-Boxen auf der Bühne und es klebt auf jeder Box ein Foto des zugehörigen Poeten, dass am Anfang des Slams aufgenommen wurde. Ein sehr schönes, ruhiges und ziviles Abstimmungsverfahren für die Vorrunde.

Im Finale wird dann aber geklatscht, und von den Moderatoren entschieden wer am lautesten beklatscht wurde - im Zweifel gibt es 2-Sekunden-Klatschen und Stechen. So weit, so fair.

Dann war ich auch gleich "fällig" und versuchte mich diesmal etwas weniger zappelig auf die Bühne zu bewegen und meinen Text in "Ruhe" vom Blatt abzulesen - allerdings zitterten mir die Blätter so stark in den Händen, dass ich sie zeitweise mit beiden Händen festhalten musste um sie lesen zu können. Praktischerweise war der Text nicht allzu kompliziert und ich konnte ihn auch schon ganz gut - und der ging so:

Live-Audio-Recording: Der Größenwahn ist nur ein kleiner Freund von mir

Text: Der Größenwahn ist nur ein kleiner Freund von mir

Der Größenwahn ist nur ein kleiner Freund von mir. 

Wenn ich auf die Bühne gehe, 
neigt der Papst sein Haupt,fällt Jesus vom Kreuz - 
und hört der Dalai-Lama auf zu lächeln. 
Katzen kriegen Hundeblick, 
Rapper machen Männchen und fangen an zu hecheln, 
selbst He-Man ist am Schwächeln und lässt sich von Hulk nen Hurricane zufächeln 

Wenn ich auf die Bühne gehe, 
hört Zarathustra auf zu sprechen, 
ist Nietzsche tot und Gott wieder lebendig, und ich sag ihm was er sagen darf - 
und Gott sprach "Dieser SoKrassText ist sagenhaft - 
im Vergleich mit ihm klingt Goethe so wie Sido, 
und "Avatar" wird Daumenkino." 

Wenn ich auf die Bühne geh', 
hören Winde auf zu wehen und lauschen mir, 
bleiben alle Uhren stehen und schenken mir 
zeitlose Momente, ohne Ticken - 
hören sogar Pornos auf zu ficken, 
halten Rammler inne - und schicken 
kurz ein Stoßgebet: "SoKrassText im Himmel - 
wir wollen alle - - - deine Stimme." 

Wenn ich auf die Bühne geh', 
ändert sich der Lauf der Dinge, 
springen Wörter von der Klinge 
in euern Kopf wie Lemminge 
von den Klippen eures Geistes in den Ozean der Psyche, 
eine Tsunami der Gefühle, 
wie bei einem Versbeben der Stärke 10 auf der nach oben offenen Dichterskala, 
rezitier ich Opferzahlen auf dem roten Teppich der "Globala", 
der weltweit wohltätigsten Massenverdichtungs-Gala. 

Auch meine Texte als Motiv, die erste Wahl-war'n,
für dieses Planeten allerbeste Ma-ler. 
Van Gogh malt meine Worte ab - 
und von DaVinci bis Dali im Chore singen sie: 
"Einen wie IHN, gab es noch nie - 
im Gegensatz zu IHM klingen DIE 
Metamorphosen von Ovid, 
wie die Methan-Windhose einer Horde Vieh." 

Wenn ich auf der Bühne steh', 
lassen Säufer ihre Gläser stehen, Raucher ihre Kippen fallen, 
fangen Junkies mit ihren Nadeln an zu stricken, 
Bob Marley lässt das Kiffen - sein - 
und Bordellchefs lassen alle Nutten frei. 
 
Wenn ich auf der Bühne steh', 
spielt AC/DC "Angel" von der Kelly Family, 
spielt Ghandi Killerspiele 
und läuft danach Amok
in den Waisenhäusern von Mutter Teresa -
und Madonna jetzt ins Kloster geht, 
weil Reich-Ranicki auf'm Playboy-Poster steht. 

Uaah... (sich schüttelnd)

Wenn ich auf der Bühne steh', 
dann passiert im Westen was neues, 
will das Alphabet ein Autogramm,
spielt Peter Pan die Flöte, 
und ihr folgt dem Rattenslammer von Hameln 
in den Kampf zur Befreiung der Welt - von Kabeln! 

Wenn ich mich auf der Bühne umdreh', 
und ohne was zu sagen einfach nur faul, stumm & dumm rumsteh' 
- - - - - - 
dann hat das negative Wirkung auf die Punk-tee 

Wenn ich mich also wieder umdreh und zu euch nach vorne Blicke, 
dann hört ihr wie im Sturm der Worte alle Theorien von Kant bis zu Adorno knicken, 
wie ausgebrannte Steichhölzer seht ihr sie kopflos in die Leere blicken - 
und im Takte ihres Denkens, alle zwei Stunden, mit den Fingern schnippen. 

Wenn ihr mich auf der Bühne seht, 
dann seht ihr euch in meiner Form, 
beklatscht euch selbst & wundert euch enorm: 
wie kamt ihr bloß in diese Top-Form? 

Wenn ihr mich von der Bühne buht, 
dann beweist das kühnen Mut, 
weil man als intellektueller Deutscher nunmal nicht buhen tut, 
doch das hier ist ein SLÄM, und da ist manchmal buhen gut - 
sonst gibt's in 20 Jahr'n statt guten Dichtern nur noch Tunichguts, 
ausserdem tut buhen gut, also tut euch den Gefallen und ruft alle einmal "Buh": 
- - - - - - 
STOP! Dankeschön, sehr gut gebuht, 
doch überlegt's euch nochmal gut, denn ich glaube-weiss-vermut: 
"Buhen ist nicht immer klug." - 
Denn wer weiss schon was der nächste Dichter euerm Hirn antut. 
Drum bleibt bei mir, genießt die Flut aus Glut - 

Denn, wenn ich auf der Bühne, wie auf dem Scheiterhaufen steh', 
fangen Priester an zu zittern, weil Hexen wieder auferstehen - 
und alle Götter jagen geh'n... 
Lodern Flammen lichterloh - und wärmen mir - den Dichter-Po. 
~ "Hast du denn keine Angst vorm Feuertod?" 
Ach, iwo - 
Slämmer sind einfach immer froh 
und rufen laut als Kinder scho' 
"Maa-Maa, ich muss mal für kleine Vulkane", und machen Magma - auf dem Klo. 
Sobald die Fesseln durchgebrannt, 
verwandelt wie von Geisterhand, der Släm-Ketzer sich zum Drachenmann, 
und fliegt von allen Ketten frei, feuerspei'nd zum Vatikan herbei, 
landet uffm Papstbalkon vom Petersdom und spricht voll Lebenslust im Donnerton: 
"Im Namen der Dichtung, der Freiheit und des heiligen Wortes - SLÄM!"

Das große Zittern

Ich hatte es also innerhalb des Zeitlimits geschafft, irgendwie mit dem Blatt rumhantiert und anscheinend hatte niemand gemerkt wie krass das Blatt in meiner Hand gezittert hat - wie mir mehrere unabhängige Berichterstatter erklärten - was mich sehr verwunderte - ich meine - der Text hat in meiner Hand so sehr gewackelt, dass ich den kaum lesen konnte. Einzig logische Erklärung: Ich habe mit der freien Hand soviele rhetorikunterstreichende Bewegungen gemacht (hinterlektuelle Ausdrucksweise für Rapper-Spasmus), dass niemand auf die andere, zitternde Hand geachtet hat. Ich habe auch die Hand mehrfach gewechselt. Hat also so ähnlich funktioniert wie bei Zaubertricks - mit der einen Hand zittern, mit der anderen Hand ablenken.


Was könnte man noch gegen das zittern tun?


Nun, ich hatte eine "lose Blattsammlung" in der Hand, viele andere hatten eine stabile, Hardcover-Profi-Dichter-Kladde, die hat einfach mehr Gewicht und sieht auch noch stil- und geheimnisvoller aus - ich denke alleine durch das Gewicht erhält die gesamte Haltung mehr Stabilität und sollte weniger zittern - sowas - brauche ich also - falls ich nochmal ablese. Die beste Lösung ist nämlich selbstverständlich das auswendig lernen, macht zwar Arbeit, lohnt sich aber für das Publikum und damit auch für mich selbst - es macht einfach allen mehr Spaß. Andererseits vergeudet man dadurch Zeit, die man zum schreiben ganz anderer Texte verwenden könnte.

Arf. Doh. Trispalt...

Dann kamen die anderen, und die waren gut.

Jaja, ich gebe zu, es ist tragisch - zwei Auftritte und immernoch keine Weltherrschaft, aber ich fühle mich zur Zeit ganz wohl damit, ein wenig unter dem Radar zu fliegen, Platz für Experimente zu haben und den Ball der Megalomanie flach zu halten.


Also, bei so vielen komplizierten Namen kann ich mir die nicht alle merken - jedenfalls waren bis auf einen, auf ihre Weise sehr gut.


Und der, der nicht gut war, war nicht nur nicht gut weil ich seinen Text schon kannte (achte: ich war dieses Jahr nur auf 2 Poetry Slams, da ist es abwegig den gleichen Text zweimal zu hören), sondern weil ich mich gelangweilt habe und Bahnhof verstanden. Ich glaube - ich verschenke demnächst auf der Bühne Nachhilfeunterricht für den schlechtesten Slämmer des Abends.


Hier ein Querschnitt: direkt nach mir kam Sportreporter-Comedy über Kinder auf Spielplätzen im Prenzlauer Berg, sehr unterhaltsam und sehr gut vorgetragen - dann wurde Roland Koch mit seiner "widerwärtigen" und "niederwertigen" Arbeit durch den Kakao gezogen, wow, sehr guter Text, Überraschungshit des Abends, es gab Selbstmord-Beobachtungs-Stories von Jenny, und Kriegs-Horror-Trips von Fred - der Kriegs-Horror-Trip hatte es am Anfang etwas schwer, wurde dann aber über die Mitte hin sehr fesselnd und man konnte die unangenehme Vision gut mitfühlen - dann kam FasaXyZCynthia mit britischen Tumor-Humor der schönsten Sorte, hach ja, das hat Spaß gemacht - dann kam eine krasse Textmaschinengewehrfrau mit sehr gut auswendig gelerntem Textwasserfall "Sprachrealitäten" oder so, das war Profi-Style und durchdesignt, zwischendurch vielleicht etwas zu glatt, aber eigentlich einfach nur sehr gut, dann kam noch ein junger Wortsportler auf der Suche nach Milch für seine Smacks und dem Slam-Thron, der mich oft an mich erinnerte und mich mahnte meine Texte doch lieber auswendig zu lernen, damit das alles noch besser rüberkommt - waren da noch mehr? Uffz. Ein riesen Wortmeer. Der Herr vom Mars war auch da, aaaaaaber - dann war er wieder weg, ich glaube er war erkältet und wurde entweder nicht ausgelost oder wollte garnicht teilnehmen. Ich gewinne langsam kleine Einblicke in die Slam-Szene, aber mein Bild ist zur Zeit noch far from complete.


Gewonnen haben am Ende FasaXyZCynthia (konnte mir die Vorsilbe vom Namen nicht merken) und die krasse Text-Frau, XyCynthia war lustiger, aber der weibliche Textwasserfall war besser im Vortrag und durchdesignteres Spracherlebnis. Aus meiner Sicht haben definitiv beide gewonnen. Der Robert-Koch-Comedy-Man hatte leider keinen Text für die Finalrunde und der Sportmoderator Georg Weisfeld vom PBerg hat es mit seinem zweiten Text nicht gegen die Ladies geschafft, war aber trotzdem eine lustige Story über das Leben eines Roadies der Kastelruter Spatzen (o.ä.).


Dann gab es noch Werbung für: die Lesedüne, auf der auch Moderator Maik Martschinkowsky liest - und die neue Lesebühne namens Lesegala von Tilman Birr und anderen im neuen Kellerraum des Comedy Club Kookaburra in der Schönhauser Allee - und noch eine Durchsage für Georg Weisfeld (ja, so lernt man Namen, liebe Leser, einfach wiederholen und aufschreiben) der am 21.01.2010 auf der Lesebühne im Ori auftritt und auch sonst einigen Unfug treibt, zum Beispiel auf seiner Webseite weisfeld.de.


In diesem Comedy Club Kookaburra gibt es übrigens auch eine OpenStage - dort darf laut Werbetext auf der Webseite "JEDER".


All in all ein wunderschönes Vollbad in wahnsinnigem Wortschaum der verschiedensten Geschmacksrichtungen - ich habe mich nur einmal gelangweilt - und dass auch nur, weil der Junge wohl unglücklich verliebt war/ist - aber - da helfen wir als schmerzresistentes Slampublikum doch immer gerne aus: "Weltschmerz, immer her damit!"


Hey, hab' ich vergessen - Moderator Tillmann Birr hat einen herzerquickenden Diss-Text über Mario Barth geschrieben und zum besten gegeben - wunderschönes Werk.


23.01.2010, AckerSlam im Ackerkeller

  • Ackerkeller, Bergstr. 68 (U Rosenthaler Platz / S Nordbahnhof), 10115 Berlin, Beginn: 21:00 Uhr, Eintritt: 3 Euro, Moderation: Tom Mars & Beulah Bounty
    • http://www.myspace.com/tommars
      • Anmeldung über die Myspace-Seite oder per Mail an tom.mars@gmx.de, spontane Anmeldung abends an der Kasse nur wenn noch Plätze frei sind, als Slammer am besten spätestens 20:45 vor Ort sein.
        • Der Sokrasstext hatte aufgrund von innerer und äusserer Kälte nicht den Hauch des Anflugs des Schattens einer Ahnung von Lust seinen Sack voller Schriftrollen durch den Froststurm zu schleifen und blieb deshalb in seiner gemütlichen Höhle. "Höhle - Höhle, Höhle, Höhle!" Dort spielte er mit dem chinesischen Wackelschwein und machte Punkrock-Karaoke zur neuen Youtube-Disco mit allen seinen Freunden.


28.01.2010, ManoSlam! im Mano Café

  • Mano Café Skalitzer Straße 46a (U1 Görlitzer Bahnhof), Berlin, Beginn: 20:30 Uhr, Eintritt: 3 Euro, Moderation: Michel Kunze
    • http://www.myspace.com/manoslam
      • Anmeldung: Frühzeitige Anmeldungen über E-Mail oder myspace möglich; man kann sich auch gerne spontan am Abend selber eintragen, allerdings dann natürlich mit dem Risiko, dass es keinen Platz mehr gibt. Bei "Überschuss" wird ausgelost. Es findet keine Vorauswahl von Poet_innen statt- wer sich zuerst anmeldet, bekommt einen Platz! Fragen oder feste Anmeldungen über myspace oder an ManoPoets AT gmail DOT com. Der Eintritt beträgt 3 Euro, um den Slam zu finanzieren. Poet_innen erhalten freien Eintritt und ein Freigetränk.
        • Mit folgender Mail angemailt:
Subject: Maildung zum Slamdienst.

Body:
Tachski,

ich würde gerne durch den Slam-Schlamm kriechen und mailde mich deshalb hiermit zum außerordentlichen Slam-Dienst im Mano am 28.01.2010 an.

Name des gewählten Slam-Avatars: SoKrassText.

Mission: Lyrische Gummizelle betreten und das Publikum in die Psychiatrie beamen.


Der Angeklagte freut sich über Rückmeldungen ob seiner Aktivierung zum Satz-Einsatz.

Der Ort

Direkt um die Ecke vom Görlitzer Park und vom Görlitzer Bahnhof, richtig schön mit Großstadt-Bass von den vorbeiratternden Untergrundbahnen auf Hochbahntrassen, direkt um die Ecke vom Rissani, dem Shawarma- & Haloumi-Dealer mit dem potentiell größten Umsatz in ganz Berlin, weil die gesamte Görli-Sommer-Chill-Fraktion dort essen geht, auch im Winter.

Da ist also das Mano-Cafe. Keine protzigen Schilder draußen dran, eher alles ziemlich selfmade und damit schonmal sympathisch, sobald man reingeht ist es auch sofort gemütlich - an den Wänden hängen alte Weinkisten als Bücherregale - voll mit Büchern, die den Besucher mit Lesestoff für gemütliche Stunden versorgen - oder ihm helfen sich abzulenken während er darauf wartet, dass der Slam endlich anfängt. Ich war nämlich ausgesprochen pünktlich vor Ort und hatte mich extra beeilt, und dann war der Slam-Master aka der Veranstalter aka der MC aka der Master of Ceremony aka Michel Kunze noch nicht da. Kein Problem, man sagte mir irgendwann kommt ein Mann mit Hut und niemand wollte mich zwingen Eintritt zu bezahlen oder Getränke zu kaufen - ich ging also gleich weiter in das große "Wohnzimmer" mit den vielen gemütlichen Ohrensesseln, sonstigen Sitzmöbeln, Schirmlampen und der kleinen Bühne in der Ecke - ohne mich weiter aufzuhalten ließ ich mich gleich in einen Ohrensessel ganz am Ende des Raumes fallen - wow - weich - und ein wunderschöner Ausblick auf den Bürgersteig, die Straße und die Hochbahntrasse - so lässt es sich aushalten.


Das leise Gemurmel im Raum konnte ich dahingehend dechiffrieren, dass eine ganze Schulklasse Deutschleistungskurs inklusive Lehrer anwesend war - damit setzte sich wohl schon der erste Anker für meinen heutigen Improvisationstext in meinem Unterbewusstsein fest: Deutschlehrer.


Das kleine Mano wurde mit der Zeit immer voller und ich freute mich über den gemütlichen Ohrensessel mit Überblick über den ganzen Raum, so konnte ich die ganze Atmosphäre in mich einsaugen und mich an Worten und Stimmung berauschen.


Die soziale Komponente des Poetry Slam

Ja, genau - warum tun sich Menschen das eigentlich an? Die ganze Zeit warten bis es losgeht, dann verschiedenste, abstruseste Wortkaskaden über sich ergehen lassen, dann klatschen, jubeln und bewerten müssen, Getränke kaufen und dann auch noch Eintritt bezahlen?


Ganz einfach: es macht Spaß.


Aber warum?


Ist ein solcher Abend ein kulturell so erhabenes Erlebnis, dass man danach unweigerlich weiser ist als nach zwei guten Filmen auf zu Hause auf dem Sofa?


Oder gibt es zusätzlich zu dem ganzen Gelaber auf den Bühnen auch noch ein anderes Geheimnis hinter der erfolgreichen Ausbreitung dieser Art von Veranstaltungen?


Die soziale Komponente?


Genau die ist es. Zum Beispiel im Mano Cafe. Unter normalen Umständen, also ohne Slam, würde man in das Cafe gehen, sich an einen Tisch setzen und auf seine Freunde warten - die kämen dann irgendwann und man würde zusammen Geld ausgeben und quatschen. Beim Slam aber wird es eng, da sitzt man mit lauter "Fremden" auf engem Raum, teilt sich Tische, Sessel, Sofas, Stühle und Sitzecken und alle sind aus dem gleichen Grund da: Wörter. Was ist also naheliegender als ein paar Worte in Richtung des bis dahin unbekannten Nachbarn zu werfen und sich über die gerade gesprochenen Texte auszutauschen? Poetry Slams sind geradezu fantastische Orte sozialer Kommunikation - nirgendwo ist es einfacher selbst mit absurden Satzfetzen ein Gespräch anzufangen. Zum Vergleich: Geh' mal "in der Disco" einmal quer durch den Raum und versuche mit irgendjemand wildfremdem unter lautem Bassdröhnen in ein lustiges Gespräch zu kommen - die Wahrscheinlichkeit, dass sich irgendjemand blöd angequatscht vorkommt ist extrem hoch, und die Folgen unabsehbar - auf einem Poetry-Slam ist dieses Verhalten der zufälligen Kontaktaufnahme nicht nur problemlos möglich, sondern sogar höchst Willkommen. Bei Slams gibt es immer Wartezeiten, die man mit lustigen Gesprächen überbrücken kann - und man ist im Allgemeinen von Menschen mit einen angenehmen Mindestintellekt umgeben, was man in Berlin sonst eher selten behaupten kann. Die Leute sind also kreativ, offen für Worte aller Art, potentiell Intellektuell und mit ausreichend Humor ausgestattet um einen Poetry-Slam in Berlin auszuhalten: ideale Voraussetzungen für Kontaktaufnahme. Ich möchte gar mal frei heraus Behaupten: Poetry Slams sind heutzutage der beste Ort um Leute kennenzulernen (das Gerücht mit der Supermarktschlange als idealem Flirt-Ort kann ich als Neuköllner nicht bestätigen, man beschränkt sich hier in Supermarktschlangen darauf, den inneren, barbarischen Urzeit-Menschen auf Nahrungsjagd vor den Anderen mit einem scheinbar zivilisierten Lächeln zu verstecken und versucht keine Schlägerei anzuzetteln).


Du willst neue, schlaue, lustige und weltoffene Menschen kennenlernen?


Geh auf einen Slam.


So, genug Werbung jetzt :]


Was ich auf dem Mano-Slam über Sokrates lernte

Wie es der Zufall wollte saßen in meiner Ecke vom Slam zwei Philosophie-Studentinnen und davon unabhängig ein ehemaliger Automechaniker, der Philosophie und Psychologie fertigstudiert hat und nun Rhetorik-Seminare gibt. Nachdem ich bei jeder dieser Personen aus Spaß kurz versucht hatte sie zu einem Spontan-Auftritt zu überreden wendeten wir uns schnell anderen Gesprächsthemen zu - das ganze hatte einen weiten Bogen von Metaphysik bis zur Diskussion "sexistischer Gedichte" von jungen, hochpotenten, Dichtern, denen in ihrer Jugend teilweise noch nicht ganz klar ist, was sie in und zwischen den Zeilen teilweise für ein seltsames Menschenbild transportieren (fühlt sich hier irgendjemand angesprochen ;?).


Aber zurück zu Sokrates.


Als ich nämlich gefragt wurde ob ich als Sokrasstext den irgendetwas über Sokrates wisse konnte ich nur zwei Dinge antworten: Hat vor ca. 2000 Jahren gelebt und war ganz schön schlau, ausserdem hat er sich wohl mal über die Entwicklung der Schrift lustig gemacht.


Ich wurde dann darüber aufgeklärt, dass Sokrates tatsächlich keine Schriften hinterlassen hat, sondern alles was wir über Sokrates wissen nur aus den Schriften von Platon stammt, einem Schüler von Sokrates.


Dann passt ja Sokrates wunderbar zum Poetry Slam, wenn er ein Freund der Rede war und ihm das gesprochene Wort wichtiger war als das geschriebene - und damit passt dann SoKrassText auch wunderbar als Name für einen modernen Freestyle-Poeten - Schwein gehabt.


Da ich wahrscheinlich noch öfter nach der Namenswahl für meinen Slam-Avatar gefragt werde, ist es also sinnig mein Wissen über Sokrates etwas aufzufrischen:


Dann gibt es da noch diese Anekdote, dass Sokrates sich ausufernd über das Übel der Schrift ausgelassen hat, und dass die Einführung der Schrift der Untergang der Kultur sei, und dass die Menschen das Denken verlernten, wenn sie anfingen alles aufzuschreiben, und dass aus der Schrift nichts sinnvolles entstehen könne und dort auch nichts sinnvolles zu finden sei. Das mag heute sehr seltsam erscheinen, da wir ein einer Welt voller Schrift leben und die Menschen sich über ganz andere Dinge streiten - oder - streiten sie vielleicht doch über das Gleiche? Jedenfalls gibt es heutzutage ebenfalls einen Streit zwischen alten und neuen Kulturtechniken - zum Beispiel den Streit zwischen dem aussterbenden, klassischen Zeitungsjournalismus und dem wachsenden, modernen, durch diffuse Netzwerke von Privatmenschen erschaffenen Internetjournalismus - oder allgemeiner gesagt: den Streit zwischen internetausdruckenden Buch-Anbetern und hochvernetzten Digitalisierungsatzen 5.0. Da hört man Dinge wie "die Jugend lernt heute nichtmal mehr Dinge in Büchern nachzuschlagen, die googlen einfach alles, das ist der Untergang der Kultur". Wenn man das jetzt wieder mit Sokrates vergleicht ist das sehr lustig: die heutigen "Wächter der Kultur" befürchten den Untergang von etwas, das Sokrates bereits als Untergang der Kultur betrachtete. Um Shirley Bassey longside Propellerheads zu zitieren: "it's all just a little bit of history repeating".


Wo gibt es diese "Beschwerden" von Sokrates über die Schrift zu finden?

Im "Dialog mit Phaidros" - die Wikipedia sollte euch erste Hinweise liefern, danach könnt ihr bei Bedarf mit der vollständigen Übersetzung des Dialogs von Sokrates und Phaidros im auf zeno.org weitermachen.

Yeah. Weiter im Text. Was ist nun beim Slam passiert?

Ablauf des Slams

Es waren einige Leute da - ich erinnere mich nur an die Leute mit Künstlernamen, die normalen Vor- und Nachnamen-Kombinationen kann ich mir einfach nicht merken, zu langweilig. Also, da war jemand, der hieß Konserve, und der war groß :]


Bewertung nach Applaus, also ungenau und unfair - so wie so oft - aber - damit muss man als Slammer einfach leben - sowieso muss man mit der Bewertung leben - sonst geht man lieber auf einen Anti-Slam, da bekommen alle Teilnehmer immer 10 Punkte. Ich finde Zufallsjury übrigens immernoch fairer als reine Applaus-Wertung. Aber gut - alles nicht so Ernst nehmen - und "Spass mit die Worte" haben.


Zum Aufwärmen gab es Gitarrenmusik mit Elfengesang in Fantasiesprache - das war wirklich schön - und vielleicht der poetischste Moment des Abends.

Auch wenn Schulklassen natürlich immer kichern müssen, aber das liegt in der Natur der Gruppendynamik, sowas passiert eben wenn man junge Affenhorden in Schulen einsperrt - aber insgesamt war mir diese Schulklasse sehr sympathisch.

Schreibe ich das oft? Dass mir irgendwas sympathisch ist? Tja - ist halt so - trotz allen schlimmen und schrecklichen Dingen ist mir mein Urlaub auf diesem Planeten weiterhin sympathisch - ich bin gerne hier - meistens.


Geht's jetzt endlich mal los?


Ja - ist ja gut - ca. 10 Poeten traten in drei Vorrunden an - 3 kamen ins Finale und dann war fertig. Gewonnen hat der Mann mit dem besten Text der Vorrunde, da ging es um "Gedanken" und um Wortspiele aller Art um "Denken" und "Gehen" - sehr schön auswendig vorgetragen und geistig wirklich anregend und erfrischend - in der Finalrunde kam dann der schwächere Text, noch vom Blatt abgelesen und etwas holpernd - aber insgesamt eindeutig der Sieger des Abends. Dann gab es einen Daniel mit guten Texten, von denen einer leider schonmal im Mano verwendet wurde und er sich deshalb im Finale freiwillig selbst disqualifizierte - schön war der Text trotzdem. Dann gab es noch diesen umstrittenen jungen Penispoeten, dessen Name mir auch nicht einfällt, jedenfalls machte er Sexgedichte, was die Kicherfraktion der Jungs aus der Schulklasse sehr gefreut hat und bei der Anti-Sexismus-Fraktion für enttäuschte Blicke und bedenkenschwere Kommentare sorgte - ich riet ihnen daraufhin in Zukunft einfach laut "Buuuuh!" zu schreien, wenn ihnen etwas nicht gefällt - das ist wichtig - das müssen wir bei toytschen Slams noch lernen - man buht ja den Text aus, nicht den Menschen als ganzes, und manchmal ist eben ein direktes und ehrliches Feedback in Form von "Buhs" wichtig für die Entwicklung von Künstlern, damit sie nicht glauben sie würden ALLES richtig machen, obwohl sie eventuell noch EINIGES falsch machen - wohlgemerkt: einiges falsch, und einiges richtig - jedenfalls müssen solche Sachen sofort auf den Tisch gebracht werden, für sowas sind Slams schliesslich da - freie Rede und so, NE!

In der Vorrunde gab es noch andere, einen 14-jährigen Jüngling, der dies auch extra betonte, und bei dem man dies auch hörte - er hatte eindeutig Spaß an Worten - verwechselte aber den PoetrySlam anscheinend doch mit einem RapBattle und erklärte ununterbrochen einem imaginären Battle-Gegner, dass er der einzig wahre Dichter sei, und der andere keine Ahnung habe und ihn niemals erreichen und/oder begreifen könne. Dennoch - sehr gut - das Altersspektrum sollte komplett vertreten sein - nix mit Slams unterteilen für junge und alte - und später gibt's dann A-Jugend-Slammer und B-Jugend-Slammer und alle tragen Trikots oder so...

War da noch was? Eine Blume im Grunewald und ein Studiengang in Bushidistik, sehr viele griechische Metaphern, zweifache Erwähnung des Kerberos, kerngesunde Menschen, und, ähm, ein riesiger Wortstrudel aus der Slamdimension - worttrunken machte ich mich voll auf Mate auf den Weg nach Hause und ging schlafen - und träumte die ganze Nacht von tausenden Wortwasserfällen in 3D-ASCII und quazillionen Farben und erstellte hunderte Durchläufe meines Freestyles auf der Bühne, bessere, fantastischere, tollere, herzlichere, wärmere, kältere, heissere, freundlichere, brutalere, liebevollere, hasserfüllte, weltrettende, geistvereinende, geistverneinende, geistbeweinende, geistbejubelnde, heurekarufende, vielseitigere, monotonere, abartigere, neuartigere, andersartigere, getigerte, gelöwte und geerdmännchente Versionen meines eigenen Auftritts.

Dieses Mal kehrte ich zu meiner alten Lieblingsform des Poetry-Slam-Vortrages zurück: dem Freestyle.

Ich habe keine Zeit für jeden Slam einen neuen Text zu schreiben und den auch noch auswendig zu lernen - aber abgelesen rockt das einfach nicht - ich werde also lieber ab und an einen krassen, sokrassen, sokrasstextkrassen Text verfassen und auswendig lernen, als jede Woche einen mittelmäßigen. Nicht dass ich keine Texte geschrieben hätte - ca. 10 neue liegen hier rum, und die Themen für 10 weitere stehen hier auf einem Zettel - aaaaaaaaaaber - ich liebe Freestyle und Freestyle liebt mich - wir sind schon sehr lange zusammen - und wir treiben es gerne - auf der Bühne. Deshalb ist jetzt bis auf weiteres erstmal wieder unreiner und unverfälschter Freestyle mit gelegentlich eingestreuten Wortloops aus dem internen Sample-Fundus des Sokrasstext angesagt - und das hörte sich an jenem schönen Abend im Mano-Cafe so an:

Live-Audio-Recording: SoKrassText am 28.01.2010 Mano Cafe

New Word Order: Noch mehr Open Mics im Mano Cafe

Es gibt neben den Slams auch weitere Abende mit offener Bühne und Mikrofon: New Word Order - nennt sich das ganze. Termine hier drüben:

05.02.2010 Rosislam # 28, Poetry Slam im ROSI'S

  • 05.02.2010 Rosislam # 28, Poetry Slam im ROSI'S, jeden ersten Freitag im Monat, Revaler Str. 29, Berlin Friedrichshain, Einlass: 20 Uhr / Beginn: 20.30 Uhr, 5 Minuten Zeit, eigene Texte, keine Hilfsmittel!
    • Anmeldung: Abendkasse oder per Mail an charlotte[at]sprechstation.de
    • Slammer welcome!!!
    • Moderation: Wehwalt Koslowsky

Die Anmaildung

Subject: Anmaildung zu die Slam am dem 05.02.2010

Body:

Guten Tag,

ich mag auch zu die Slam gehen und das mit die Wörter machen.

Meine Name ist: SoKrassText.

Bitte machen Sie Bescheid in meine Richtung, damit sich die Anreise
aus dem SüdSüdSüdSüdSüdKiez auch lohnt.

Vielen Grütze,

;j

Die Anmaildung wurde vorbildlich, vorzüglich und vorallendingen vreundlich & vröhlich entgegengenommen und beantwortet. Und die Anmaildung lohnt sich, weil es sonst schlicht und ergreifend keinen Platz uffe Liste gibt.


Die Location

Ja, das Rosi's - unbeschreiblich - unaussprechlich. Früher eine abgeranzte Ranz-Ruine, ideal für gemütliche Sommernachmittage bei Fläshbier (Alraun-Tollkirsche-Sternburg-Brause) und Dosenfarbe - gelegentlich zu chillegalen Mini-Raves genutzt - dann irgendwann von irgendwelchen Menschen gekauft oder gemietet und in einen Club umgewandelt. Schön darauf geachtet den Berliner Ranzel-Charme beizubehalten. Schöne Telefonzelle zum Cheech&Chong-Kiffen.


Nachteile: Disco-Atmosphäre. Sobald man da reingeht wird der Disco-Modus aktiviert - es werden alle zu cool, nicht nur weil sie draußen in der Schlange eingefroren sind und an einem "Türsteher" vorbei müssen, der die Slam-Besucher ebenso behandelt wie nächtliche Berliner Party-Horden (es gibt da aber Unterschiede, man muss bei Slammern nicht nachschauen ob die böse sind, Slam-Besucher sind grundsätzlich friedlich, wissenschaftlich erwiesen!) - sondern weil man das Rosi's eben als "Disco" aka "Club" aka "Schuppen" gewohnt ist. Es schaltet sich also der Berliner-Party-Coolness-Modus ein, bewusst oder schmunbewusst ist hierbei egal - die Welcome-Musik und Pausen-Musik ist auch fast genauso laut wie die Party später - Resultat: die Aktivitätsschwelle zur sozialen Interaktion mit potentiell intelligenten, unbekannten Lebensformen wird unnötig angehoben. Es ist halt schon der Disco-Modus an - sehen und gesehen werden - gegenseitig abchecken, aber nicht zuuu laaange hinkucken. Klar, man kann immernoch lustig Texten, aber der Random-Kommunikationsfaktor ist z.B. im Mano-Cafe eindeutig höher. Der Boden, und das Sitzen. Das Sitzen auf dem Boden. Dirty. Soll woll cool sein, irgendwie "Sit-In"+"Disco"="ungemütlich, aber eben in" - ich wäre ja mehr für einen ordentlichen Poetry-Moshpit, oder zumindest für stehendes Publikum - wenn schon Disco, dann richtig - dann könnte man auch durch's Publikum gehen - aber wenn da alle rumsitzen, dann muss man voll aufpassen, dass man niemandem auf die Hände tritt. Die wissenschaftliche Sparnalyse sagt: viele Menschen sitzen + kleiner Raum = Bewegung wird aufwändiger => keiner hat Lust sich zu bewegen => keiner bewegt sich => statisches Gefühl. Bewegungsunfähig. Ich bin in diesem Falle für stehendes Publikum, dann kann man auch endlich Stage-Dive und Crowd-Surfen.


Vorteile: Disco-Atmosphäre. Man kann nach dem Slam einfach da bleiben und den potentiell gewonnen Whiskey zelebrativ bei der darauf folgenden Party zu fetten Beats verfeiern. Man kann schön das Klo volltaggen, das stört nicht nur keinen mehr - sondern gehört mittlerweile zum guten Ton. Das Klo kann man auch für allerlei andere Dinge benutzen - nur zum entleeren von mehr oder weniger verdauten Substanzen würde ich einen anderen Ort vorziehen.

Die Akustik

Kauft euch mal nen Lowcut!


LowCutFilter/HighPassFilter/akaFunktionierenderEQ ooooooooooooder: schaltet einfach den Subwoofer ab.


Ich meine "Ja! Bass ist geil!", aaaaaber für Microphone-Performances aller Art muss eine Bassbeschneidung zumindest eine Option sein - sogesehen ist sogar ein Gitarrenverstärker mit eingestöpseltem Mikrofon professioneller als die Anlage im Rosis's an jenem denkbürdigen Tage war.


Das Abstimmungsverfahren

Klassische 5-Personen-10-Punkte-Jury.


Der Moderator hat die Meinung durch suggestive Wortwahl beeinflusst (ja, ja, ihr denkt jetzt alle das sage ich wegen meiner Wertung, aber bei mir war er wirklich sehr neutral, nein, das ist mir schon vorher aufgefallen), wertende Moderator-Kommentare unmittelbar nach dem Auftritt sind einer möglichst freien Meinungsfindung des Publikums oder der Jury definitiv abträglich - Tip: der Moderator sollte vor der Jury-Wertung möglichst wenig sagen - DANACH kann er ja gerne senfen wie er lustig ist - und lustig war er eigentlich schon - und er hat auch deutlich ins Mikrofon gesprochen. Also, lieber Moderator - du warst eigentlich ganz toll, nur im Zeitraum zwischen "Ende des Auftritts des Poeten" und "Ende der Abstimmung durch die Jury oder das Publikum" sollst du keine wertenden Aussagen von dir geben.


Die Jury war schlescht - fand' ich - aber wenigstens hat sie mir einen Negativ-Highscore beschert - da muss man als Slam-Schlammschlächter mit Leben können. Vom Bewertungssystem gefällt mir weiterhin die Methode vom Saalslam Neukölln mit den Abstimmungsboxen am besten - wenn schon abstimmen - dann so.


Abstimmung, Schmabstimmung - ist halt 'n Pötry-Släm, da jibbet's sowat - fair isset nie - und wenn man Publikumkuscheln macht, dann klappt's auch mit dem Jury-Nachbarn oder dem Applaus-Whirlpool.

Ich: Grandios Gescheitert

Muss ich mir erstmal selber anhören was ich überhaupt angestellt habe - Hauptproblem war glaube ich die LÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄNGEEEEEEEEEEEEEE - irgendwie gab es keinen Timer und niemanden der Stop gesagt hat, und wie ich nachher feststellte waren es ca. 8 Minuten Redezeit - eindeutig zu lang - zumindest wenn man knallharte fünf Minuten gewohnt ist - deshalb hat sich mein Sprachzentrum dann am ENDE irgendwo in Richtung Langweilistan verlaufen und die Herde wurde auch langsam unruhig. Dann wäre da natürlich der INHALT, der TIEFGANG, und die WITZE - die fehlten %]


Gut ich poste gleich mal die Aufnahme (s.u.), dann Slam-Philosophiere ich mir noch kurz die Mate ausm Hirn, und dann habt ihr Ruhe - bis zum nächsten Anschlag.


... einige Minuten EinAusStöpselung, Pipeline-nach-USBekistan-Verkabelung und RuderThanRuffReMixung später...


Hey - ich weiss garnicht was ihr habt - war doch geiler Bass :D


Also, nix für kleine Laptop-Boxen, ich habe extra keinen LowCut-Filter eingebaut, genausowenig wie das Rosi's.


Selbstanalyse: Sag nie wieder "Jesus-Atome", benutze nicht zu oft das Alphabet und vorallendingen "mach nie länger als 5 Minuten, es sei denn, du hast dich vorher mental darauf eingestellt". Die ersten 4 Minuten waren eigentlich wirklich lustig, aber dann - gähn - schnarch - ROFS = Rolling On The Floor Sleeping. Ich habe dann noch versucht "den Ansager" zu machen, die unglaubliche Ankündigungs-Story, aber das ist eigentlich ein eigenständiges Werk und als solches in seiner zerbrechlichen Persönlichkeit *snif* auch nur alleinstehend potentiell witzig - aber gut - wozu gibt es Slams? Ach - was?! Man soll VORHER üben? Nee, nee, nee - man soll garnicht üben, sondern immer wieder hingehen und immer besser werden :P Jedenfalls hat sich meine innere Ruhe schon wieder sehr gut eingependelt, so gut, dass ich sogar eine legendäre Lo-Fi-Low-Fly-7-Punkte-Wertung ganz gut verkrafte. No one to blame? Blame Me ;)


Hey² - ich kann auch Inhalt und so - richtig - mit Familienpackung - aaaaaaaaBÄR: This is a SLAM! Ich versuche das abartige, abwegige, ausrastende, annormale, und absurde FÜNFTE Element der Performance Poetry wieder in Toytschland zu etablieren - da muss man eben erstmal Opfer bringen - und zwar sich selbst - bzw. den eigenen Avatar - in diesem Falle stirbt also der sehr geehrte Herr SoKrassText für einen guten Zweck auf der Bühne - FÜR EUCH! FÜR SLAM! FÜR ALLE!


Das Experiment geht weiter. Destination Unknown. Pushin' Limits.

Live-Audio-Recording: SoKrassText FreestyleBassPosersie am 05.02.2010 @ Rosislam 28 @ Rosi's

Commentski: Nix für Laptop-Lautsprecher, entweder brauchbare Kopfhörer oder Anlage mit BASS. "Bis Minute 5 is' doch gut!" :D - erstaunlicherweise Frage ich den Mod genau bei 5 Minuten wieviel Zeit ich noch habe - und der - sacht nix - und lässt mich einfach ins Nirvana reiten... ROFS.

Die Anderen

Die Anderen waren mal wieder sehr gut. Die Anderen hatten wirklich gute Texte. Die Anderen hatten LUSTIGE Texte. Die Anderen haben gewonnen.


Vorallendingen der zum Aufwärmtraining auftretende Gitarrerror Marc-Uwe-Kling war tatsächlich witzig - ich kannte seine Werke bisher nur vom Hörenlesen und war positiv überrascht ob seines Sprachwitzes, seiner Themenwahl und seiner sympathischen Vortragsweise.


Sieger: Schweiz

Die Schweiz souverän im Auswärts-Spiel - in der Vorrunde etwas am schwächeln, aber den besten Text für's Finale aufbewahrt - eine kluge Entscheidung. Beim Zweiten war es nämlich umgekehrt.


Der Finaltext war eine Geschichte, hier kurz nacherzählt: Lyrisches Ich trifft potentiellen Ghetto-Asi-Killer auf der Straße. Ghetto-Gangster sagt: "Was willst du?!". Lyrisches Ich legt daraufhin voll los und textet den Ghetto-Godzilla mit allen möglichen und unmöglichen Wünschen zu - am Ende zückt der Gangster statt seiner Knarre einen Zauberstab, ruft laut "Ich bin ein Kobold" und lässt alle Wünsche des Lyrischen Ichs wahr werden. Das Lyrische Ich findet sich darauf in einer seltsamen Situation wieder: Das Lyrische Ich wird von DER MUSE mit Umschnalldildo von hinten genommen, ist währenddessen mit Hamburgern belegte Pizza und schaut sich die Wiederwahl von David Hasselhoff zum Bundespräsidenten an (da war noch mehr, aber für die Vollversion müsst ihr euch schon bis in die Schweiz klicken).

Zweiter Sieger: Bielefeld

Der MÄN. Mit DER Mähne aus Bielefeld hatte nicht nur die beste Frisur im ganzen Club, sondern in der Vorrunde auch den besten Text des Abends - irgendwas mit Natur - aber was!!!

Tja, das wüsstet ihr wohl gerne. Da müsst ihr wohl dreimal zu Google beten - dann bekommt ihr vielleicht Antworten. Oder - na gut - ihr klickt einfach hier und werdet dadurch sofort ins NICHTS, äh, nach Bielefeld gebeamt.

Dritter Sieger: Twitter-Pop-Lyrik-Frau

Keine Ahnung wie das passieren konnte. Sie wohl auch nicht - deshalb hatte sie auch keinen Text für's Finale dabei, sondern nur ein kurzes, altes Gedicht im Kopf - das war noch schlimmer als die Vorrunde.


In der Vorrunde gab es aus dem Hause Seedfarm nur ein seltsames lyrisches KeinOd mit einem Inhalt, der sich folgähnendermaßen anfühlte: "Ich hasse Kleinlebenskünstler und das Internet, dennoch rede ich darüber auf einer Kleinkunstbühne in der Stadt der Lebenskünstler und werden währenddessen gefilmt. Ausserdem Rede ich nicht nur, nein, ich mache echte Poesie - und - IHR - habt keine Ahnung! Ihr Lebenskünstler-Schweine! Und die Folgen? Die sind euch wohl egal! Ihr dummen, kleinen Lebenskünstler!"

Nun, damit hatte sie es bei mir natürlich schwer. Meine Antwort als Pro-Kid, WortwitzWizard (WordWizzart/WortWitzArt/WortWizard/WortWizArt wäre auch ein brauchbarer Släm-Ävätär-Name, los schnapp ihn dir, ja DU!) und lebenslustiger Lebenskünstler: "Du hast keine Ahnung, aber vielleicht wirst du auch noch irgendwann die Kunst des Lebens erlernen. Bisher bist du nur ein Zombie - aber immerhin ein Zombie mit Ausbruchsfantasien, und damit bist du auf Slams genau richtig. Also - wenn du nicht aufpasst - dann wirst du bald selber einer - einer von diesen schlimmen - ganz, ganz fiesen, lebensbejahenden Lebenskünstlern. Du schaffst das!"

Xter Sieger: 12-Facher Schizzo

Tja, welcher war das nun? So viele Wörter - so viele Stimmen - so viele Gesichter.


Um es mit Liberator zu sagen: "I got so many Faces, i need a Mirror-Ball to Shave" - oder mit meiner Adaption uff toytsch "Isch hab' so viele Gesichter, isch brauch ne Disco-Kugel um mich zu rasieren".


JEMAND, hat einen sehr schönen Text über das ausartende Vorstellungsgespräch eines zwölffach Schizophrenen verfasst und vorgelesen. Das hat Spaß gemacht, drittbester Text des Abends.

Neunter Sieger: ICH! YEAH! Ich bin in den TOP-TEN! CHARTS!

Wow! Ich bin im Internet!

12.02.2010 - UniSlam No.1 @ TU @ Zwille

Der UniSlam ist neu in Berlin und fand an jenem denkwürzigen Tage in der sogenannten "Zwille" im "Z-Gebäude" der TU-Berlin statt. Im Jahre 2009 hatten Studenten irgendein anderes Gebäude besetzt und im Austausch für die Aufgabe der Besetzung haben sie das oberste Stockwerk (oder noch mehr?) des Gebäude Z als "FreiRaum" zu freien Verfügung bekommen. Definitiv das schickste Besetzungsergebnis, das ich jemals gesehen habe - frisch durchrenoviert, gut geheizt und KEINE NACHBARN! Yeah!

Le Ort:

Adresse:

  • TU Berlin,
    • Z-Gebäude, 3. Stock,
      • Fasanenstr. 1
        • 10623 Berlin -
          • Wow! Ne Liste!


Eingeladen hat mich der Tumultiplikator Daniel Reusche, dessen Werke es hier zu betrachten gibt (correct me, if i'm wrong):


Kurz zusammengefasst: schöne, studentische, unverbindliche, lockere, private Atmosphäre - und definitiv gut gelauntes Publikum verschiedenster Art. Das ganze lief ohne Mikrofon ab, was ich sehr schön und authentisch fand, sowieso, schön slämmig - keine Riesen-Arena (obwohl die auch was haben), sondern ein Ort wo sich Freunde und Bekannte treffen und in angenehmer Atmosphäre vor der Party noch ein paar poetische Geständnisse genießen.

Ich bin jetzt trotz Mate-Resten zu faul einen großen Roman zu schreiben, also hier in Stichworten: H-Town von Daniel Hoth war großartig und hat ihn in Kombination mit den anderen, emotionaleren, tiefgängigeren, traurigeren und noch poetischeren Texten zum verdienten Sieger des Abends gemacht. Meine Freistilheit hat sich auch ins Finale geslämschlachtet, doch auch die anderen haben sich mit poetischen Ruhm besudelt. Der Mann, der in sehr wortwitziger Weise etwas für die Maskulinisierung der Sprache tat, hatte den Überraschungstext des Abends und das Thema von DIE und DER sehr schön ausgespielt, sein Name blieb mir bisher unbekannt. Sascha tat mit einigen Sonnetten (doppel-N?², nun, dann sind sie sonniger, seisdrumskifahren) seiner Dichterehre Genugtuung und es ging für seine Verhältnisse relativ wenig um Ficken - relativ :] Hey - der Tumultiplikator war natürlich auch am Werk und der große Herr Konserve gab einige seiner Werke zum besten, gelobte aber Besserung bezüglich der deutlichen Aussprache, damit wir seine Worte auch genauso schön empfangen können, wie sie einst bei ihrer Niederschrift geformt wurden. Dann war da noch Pierre Prodigy mit einem sehr legeren "Fließtext", der seinen Weg zur Uni beschrieb, sehr authentisch und sympathisch - ausserdem hat der das lustigste Diplomarbeitsthema ever, ich habe es mir unvollständigerweise so gemerkt "Die Netzwerktheorie von XY angewandt auf die Künstlergruppe Prodigy und die daran veranschaulichte Verflechtung zwischen Kunst und Wirtschaft" - jedenfalls hat er mich davon überzeugt, dass ich mir Prodigy wohl wirklich mal Live geben sollte, allein schon wegen der Light-Show und der Voodoo-People-Crowd-Stimmung. War da noch was? Der Moderator hatte das Einwort-Gedicht des Abends mit "Dann is' aber Dunkeltuten" - Dunkeltuten - ich wiederhole "DUNKELTUTEN" - fantastisch - ungehört - neuartig - unbekannt - exotisch - ein neues Wort in meiner Welt: Danke :D

Dunkeltuten passt super zu Zappenduster.

Sail Ho! Da waren bestimmt noch mehr poetische Piraten mit an Bord, aber mein Hirn will jetzt langsam entschlummern um Morgen früh für neue Abenteuer fritt zu sein.

Hisst die Flagge! Lang lebe die Zwille!


Achso, abstrakte Abstimmungstheorie: 5er Jury mit 1-5 Punkten.


Menschen, Tiere, Sensationen - und vorallendingen Emotionen. Ein Ort zum Wohlfühlen.


So genug gesabbelt, hier noch die Live-Recordingsbumsels von meinen Ausschweifungen ins Nimmerland:

Live-Audio-Recording: SoKrassText Runde 1, 2 & 3 am 12.02.2010 @ UniSlam @ Zwille @ TU Berlin

Runde 1
Runde 2
Runde 3

Die verpassten Termine des SoKrassText in der Vergangenheit

  • 22.01.2010, #dicht.it Poetry Slam, LAIKA, Emserstraße 131 (S+U Bahn Neukölln), 12051 Berlin, Einlass: 19:00 Uhr, Eintritt: 3 Euro (Schüler: 2 Euro), Moderation Sarah Brockhausen, dichtit.wordpress.com angemailt
    • keine Mail-Antwort und keine Updates auf der Webseite - tot?


  • 02.02.2010, Kreuzbergslam im LIDO, dort kann man sich auch an der Abendkasse bis 20:15 anmelden. Wenn sich mehr als 12 Poeten anmelden, entscheidet das Los.


  • 08.02.2010, Rixdorfer Poetry Slam, Café Linus, Hertzbergstraße 32 (am Richardplatz), 12055 Berlin-Neukölln, Beginn: 20:00 Uhr, Eintritt: Frei (Spenden sind erwünscht), Voranmeldungen sind möglich per Email oder Telefon (030 68 08 14 80), http://www.leselustladen.info/poetryslam.html
    • Konnte nicht hingehen, musste Beats bauen :]


  • 14.02.2009, The Anti Slam - Valentine's Day, SFE Berlin, Gneisenaustraße 2a (U-Bhf. Mehringdamm), 10961 Berlin, Beginn: 20:30 Uhr, Moderation: Paula Varjack, mit: Sarah Bosetti, Ivo Lotion, Sandra Sarala, Linden Horvath, Keri Mullen, Sebastian 23, Benjamin Knight, The poet with the lowest score wins.
    • musste hacken...


  • 16.02.2010, Saalslam, Heimathafen Neukölln im Saalbau, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin, Beginn: 20:30 Uhr Eintritt: 5 Euro, Moderation: Maik Martschinkowsky und Tilman Birr, http://www.saalslam.de
    • musste hacken...
  • 18.02.2010, Bastardslam, Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Str. 130, Berlin, Beginn: 21:00 Uhr, Eintritt: 5 Euro, Moderation: Wolf Hogekamp & Lino Ziegel, Featured Poet: Marc-Uwe Kling, mit: Tobi Kunze (Hannover), Bente Varlemann (Hamburg), Dorian Steinhoff (Trier), Thorsten Wolff (Hamburg), Daniel Reusche, (Berlin), Pansen (Berlin), http://www.epoet.de/spokenwordberlin
    • musste hacken... RATPOISON
  • 25.02.2010, ManoSlam!, Mano Café, Skalitzer Straße 46a (U1 Görlitzer Bahnhof), Berlin, Beginn: 20:30 Uhr, Eintritt: 3 Euro, Moderation: Michel Kunze, http://www.myspace.com/manoslam
    • closed list, 1 year manoslam, no open stage = boooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiing.
  • 26.02.2010, dicht.it Poetry Slam, LAIKA, Emserstraße 131 (S+U Bahn Neukölln), 12051 Berlin, Einlass: 19:00 Uhr, Eintritt: 3 Euro (Schüler: 2 Euro), Moderation: Sarah Brockhausen, http://dichtit.wordpress.com
    • had better things to do...

Die fixen Termine des SoKrassText in der Zukunft

Die potentiellen Termine des SoKrasstext in der Zukunft

SoKrassText ist vorübergähnend von Slams gelangweilt und macht lieber Musik. Er sagt Bescheid wenn es weitergeht.


Und jetzt...

...

...

...

... ist auch noch der Frühling da.


Wer hat da schon Zeit stundenlang auf irgendwelchen Stühlen in irgendwelchen komischen Säääälen rumzusitzen und sich einen abzugäääähnen?


Poetry is in your Heart,

it's out there in the City

on the Streets -

Day and Night.

So what you waitin' for?

Want some Poetry?

STEP OUTSIDE!

Allgemeine Informationen über Poetry Slam auf dem Planeten Erde

Die Lebensform SoKrassText teilt seine Informationen gerne, denn er hat gelernt: Kopieren ist Gesund.

Terminübersichten im Netz

Viele Berliner Slam-Termine auf slammin-poetry.de:

MySlam.net hat auch einen schönen Kalendör:


Regelmäßige Slams in Berlin / Veranstaltungsorte

  • Saalslam im Heimathafen Neukölln im Saalbau, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin, Beginn: 20:30 Uhr Eintritt: 5 Euro, Moderation: Maik Martschinkowsky und Tilman Birr
    • www.saalslam.de
  • Kreuzberg Slam im LIDO, Cuvrystraße 7, 10997 Berlin, Beginn: 20:30 Uhr, Eintritt: 5 Euro, Moderation: Marc-Uwe Kling & Kolja Reichert, jeden ersten Dienstag im Monat
  • BastardSlam im Festsaal Kreuzberg


  • #dicht.it Slam, Jeden 4. Freitag des Monats im LLAIKA, Emserstraße 131 (S+U Bahn Neukölln), 12051 Berlin Neukölln,

Einlass: 19:00 Uhr, Eintritt: 3 Euro (Schüler: 2 Euro), Moderation: Sarah Brockhausen

  • AckerSlam im Ackerkeller, Bergstr. 68 (U Rosenthaler Platz / S Nordbahnhof), 10115 Berlin, Beginn: 21:00 Uhr (Slammer vorher da sein), Eintritt: 3 Euro

Moderation: Tom Mars & Beulah Bounty

  • ManoSlam! im Mano Café, Skalitzer Straße 46a (U1 Görlitzer Bahnhof), Berlin, Beginn: 20:30 Uhr, Eintritt: 3 Euro, Moderation: Michel Kunze


  • SFE Slam
    • muss ich nochmal raussuchen


  • PotSlam, Kuze - Studentisches Kulturzentrum, Hermann-Elflein-Straße 10, Potsdam, Beginn: 20:30 Uhr, Moderation: Marc-Uwe Kling & Sebastian Lehmann,
  • Science Slam, das edelweiss, Görlitzer Straße 1-3, 10997 Berlin, Beginn: 19:00 Uhr, Eintritt: 3 Euro, Moderatorion: Marc Zeugner

Lesebühnen in Berlin

  • Lesedüne im Monarch am Kottbusser Tor, Skalitzer Straße 134, Durch Treppenhaus nach oben, 1.Stock, Berlins erste Lesebühne mit systemrelevanten Humor, jedes Mal neue Texte, neue Musik und: neue Gäste, die ihre besten Geschichten dabei haben, jeden zweiten und vierten Montag im Monat. 20.30 Uhr, Gast-Autoren auf Einladung bzw. per Mail/Myspace-Kontakt.


Open Stages & Open Comedy Stages & Open Variete & Kleinkunst Stages in Berlin

Freestyle-Rap-Veranstaltungen mit OpenMic a la HipHop in Berlin

Gibt's auch - aber Teilnehmer und Publikum sind potentiell anstrengend...

... wer es dennoch wagen will findet eine kleine Übersicht im Sudelwiki-Artikel über Freestyle Sessions in Berlin.

Poetry Slam im Fernsehen

SoKrassText wundert sich, dass es dieses Fernsehen immernoch gibt.

Arte WebSlams

Arte macht Slam im Hinternet und versucht dadurch die unaufhaltsame Einmottung der TV-Anstalten zu entschleunigen:

People in Poetry that i Respect (yes, they exist)

  • Yes, i love you all - if you are not on this list and want to change that: send me money, just like Marc Smith did ;)
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