1. Mai 2009 in Berlin Newsticker Blog Blob
From Sudelwiki
Gedanken eines Beobachters zum 1.Mai in Berlin
Hier eine meiner persönlichen Sichtweisen der Geschehnisse am 1.Mai, ich hatte weder Zeit noch die Muße alles was mir innerhalb dieses Tages einfiel und auffiel niederzuschreiben. So bleiben es Fetzen, aber immerhin.
Damit das hier keiner Falsch versteht: ich bin gegen Krieg jeglicher Art. Straßenkampftheorien sind trotzdem interessant. Um es mit einem Sample von einem Asian-Dub-Foundation-Sample zu sagen:
I'll be honest with you: I hate war in all it's forms- Physical, Psychological, Spiritual... Emotional... Environmental I hate war... And I hate having to struggle - I honestly do because I wish I had been into a world where it was unnecessary. This context of struggle and being a warrior and being a struggler has been forced on me by oppression. Otherwise I would be a sculptor, or a gardener, carpenter - you know, I would be free to be so much more... I guess part of me or a part of who I am, a part of what I do is being a warrior - a reluctant warrior, a reluctant struggler But... I do it because I'm committed to life We can't avoid it, we can't run away from it Because to do that is to be... cowardice- to do that is to be subservient... to devils, subservient to evil and so that the only way to live on this planet With any human dignity at the moment is to struggle.
Der sonnige Nachmittag mit einem Bad im bunten Menschenbrei.
Drunken Drivin'?
Why drink and drive if you can drink and blog?
Masses.
Beer.
Food.
Eine Revolution findet nicht statt.
Golden G-T-Shirts.
Mega-Music-Mash-Up-Brei. Musikbrei mit Köfte.
Es ist mittlerweile peinlich auf der Rap-Bühne aufzutreten.
Alle "Oh-No"-O-G's haben "Free XYZ" T-Shirts an, weil ihre idiotischen Crew-Freunde im Knast sitzen.
Die Zombifizierung der Bevölkerung wurde vollständig erfolgreich vollzogen.
Eine Revolution findet nicht statt.
Stattdessen gibt es Kinderarbeit. Entweder werden Kinder rumgeschickt um revolutionäre "Coca Cola" in Dosen zu verkaufen, oder sie werden irgendwo mit irgendwelchen Fress-Waren hingesetzt und sollen verkaufen - bei Kindern sacht dat Ordnungsamt ja nichts. Die machen ja nichts. Außer Arbeiten. Am 1.Mai. Ist ja auch Tag der Arbeit. Hier wird noch gekämpft. Dafür dass alle Arbeit haben. Und Bier.
Polizisten mit Armbinden und Schusswaffen mitten in der Menschenmenge, wenn das gutgeht, ist das ein Zeichen - dafür das nix passiert. Noch nicht.
Natürlich werden später ein paar Steinchen geworfen werden - auf Panzerglas prasseln - bis die Schwerkraft keine Lust mehr hat, oder alle schon vorher nach Hause gehen.
Kämpfen will hier niemand.
Spielen?
Räuber und Gendarme?
Ein Biss'l für alle.
Das Büsünüss läuft - von Gras bis Köfte is' alles zu haben.
Multi-Kulti? Müllti-Küllti? Müll-Kultur? White Trash & Brown Cash?
Drogen für die Opfer.
Moneten für die Macher.
ZAP!
Sender umgeschaltet. Wofür bin ich eigentlich?
Für das Gute. Gegen organisierte Kriminalität. Für die Freiheit. Für die Legalisierung aller Drogen. Warum?
Weil alle illegalen Organisationen nur Aufgrund von Drogenhandel existieren können. Legaler Drogenhandel legt auf einen Schlag die gesamte kriminelle Infrastruktur lahm. Dann noch den Frauenhandel aussschalten und den Immobilien-Sumpf trockenlegen, die Waffenschieber in den Knast stecken und schon können wir einer fröhlichen und friedlichen Zukunft entgegensehen.
Für das Gute.
Was ist das Gute?
Das Gute ist, das was den meisten Lebewesen der meisten Spezies für die meiste Zeit ihres Lebens die meiste Freude bereitet.
(entgegen allgemeiner Annahme wurde diese Wiki-Seite im nüchternen Zustand verfasst, von der natürlichen 1.Mai-Breitheit durch Input-Übersosis mal abgesehen)
Review Berlin Mayday Riots 2009
Abends/Nachts nochmal raus und mindestens 5-Mal die komplette Kiez-Runde gemacht.
Ick hab ma dat janz jenau anjeschaut, Fazit: zum Kotzen.
Weder gibt es da irgendwelche kampfbereiten Revolutionäre noch organisierte Terroristen, es gibt allerhöchstens wütende und/oder besoffene Individuen deren natürlicher Instinkt nach Krieg ruft.
Ich assoziiere mal wild dazu durch die Gegend:
Alle sind am gröhlen und am schrei'n und dann wirfst du deinen Stein doch dann kommen sie, und du bist allein. Sie nehmen dich mit, und sperren dich ein - niemand der dir hilft - und dann bist du allein.
Es sind immer wieder die typischen Szenen.
Getroffene in den eigenen Reihen, bzw. völlig unbeteiligte Leute kriegen Steine und Flaschen an den Kopf.
Aggressive Wanna-Be-Ghetto-Gangster wollen nach einer versehentlichen Berührung im Getümmel sofort eine Schlägerei anzetteln - mehrfach beobachtet. Es hilft nur übelst anschreien oder ignorieren.
Es gibt keinen Nahkampf. Es werden nur Fernkampfwaffen weit unter Steinzeit-Niveau von den meist jugendlichen "Revolutions-Märtyrern" verwendet. Hauptsächlich leere Flaschen, gelegentlich volle Flaschen oder Steine.
Es gibt keine ernsthaften Barrikaden - allerhöchsten mal ein Feuerleinchenleinchenchen aus ein wenig Pappe oder einer Plastikmülltonne.
Dann kommen die Greiftrupps. Immer wieder. Und wieder. In Wellen. Abwechselnd. Regelmässig. Bei den ersten Runden lassen sie sich einfach einhageln und machen dabei Videobilder oder sehen einige Leute direkt beim Flaschenwerfen und schnappen sich einen einzelnen aus der Menge, hauen ihm eine "Auf's Maul" (mehrfach beobachtet, der erste Polizist springt mit Anlauf in die Luft und hämmert der völlig unaufmerksamen und mental unvorbereiteten Zielperson mit voller Wucht seinen "Kampf-Handschuh" voll in die Fresse), die anderen Stürmen sofort nach, halten die Zielperson am Boden, die übrigen Polizisten sichern die Gruppe, es ist immer ein Kameramann dabei. Die Zielperson wird weggetragen und kommt erstmal in eine Zelle in einem Gefangenentransporter: aus die Maus.
Ein ernsthafter Straßenkampf oder eine ernsthafte Straßenschlacht findet nicht statt - auch wenn das manche Leute gerne behaupten (die Medien, die "Revolutions-Krieger" selbst, die Polizei).
Diese Form des 1.Mai-Krawall-Rituals ist absolut bezeichnend für die Vereinzelung des Individuums in unserer Zeit. Jeder kämpft alleine. Jeder kämpft für sich. Eine konkrete Solidarität findet nicht statt. Bei auch nur einem Funken des Hauches des Anfluges von Kampfgeist innerhalb des diffusen "revolutionären Mobs" hätte die Polizei keine Chance einzelne Leute aus einer Menge von hunderten heraus zu verhaften, vorallendingen nicht mit einem kleinen 20er-Trupp schwerfälliger Robocöpchen vom kleinen Dicken bis zur zierlichen dünnen - natürlich sind auch ein paar Brocken dabei - aber insgesamt keine Kampffähige Truppe.
Die Polizei weiss das genau - braucht sich aber auch nicht zu fürchten - da sie selbst in den paar Möchtegern-Guerrilleros überhaupt gar keinen Gegner findet. Sie weiss genau, von Anfang an, dass sie auf jeden Fall gewinnt - da der angeblichen "Revolution" jeglicher Sinn für solidarischen, militanten Straßenkampf fehlt. Die "Revolutionäre" sind selbst in den einfachst zu lösenden Situationen unfähig ihre eigenen Leute zu Schützen - ein Beispiel:
- 3 Polizisten sehen 1 Mädchen beim Flaschenwerfen, die nächsten Polizisten sind in beide Richtungen 100m entfernt und bekommen von der Situation erstmal nichts mit
- ein Mann rennt hin um dem Mädchen zu helfen
- das Mädchen wehrt sich selbst auch
- es befinden sich also zwei Polizisten im Nahkampf und sind bereits am Boden
- der dritte Polizist ist verwirrt und unschlüssig
- es kommt kein "Revolutionär" zu Hilfe, obwohl 100 Leute in der Nähe sind
- dann ist es zu spät und ein Verstärkungs-Trupp der Polizei trifft ein um die Situation mit zwei Festnahmen zu ihren Gunsten zu lösen
- Das ist nicht nur "Pech gehabt", das ist mehr, das ist Blindheit vor der eigenen Unfähigkeit den Gegner zu schlagen, obwohl die Möglichkeit bestünde.
- Fazit: die Polizei siegt durch technisches und absolutes K.O. in der 20. Runde
- Das ist nicht nur "Pech gehabt", das ist mehr, das ist Blindheit vor der eigenen Unfähigkeit den Gegner zu schlagen, obwohl die Möglichkeit bestünde.
Um es nocheinmal zu wiederholen: ein Bürgerkrieg findet nicht statt. Eine soziale Unruhe auch nicht. Eventuell könnte man es noch "Krawall" nennen, im Sinne von "es ist laut und alle gröhlen rum, ab und zu brennt ein Häufchen Elend (jedes Lagerfeuer ist größer) und alle Jubeljahre fliegen Wurfgeschosse die nicht in der Lage sind die Panzerung des Gegners zu durchbrechen."
Wenn die "Pseudo-Revolutionären" Jugendlichen tatsächlich entschlossen wären die Polizei zu bekämpfen, dann dürfte die Polizei zur eigenen Sicherheit aus taktischen Gründen überhaupt garnicht so auftreten wie sie es zur Zeit tut. Zum Beispiel tragen viele Polizisten mitten im Krawall Schusswaffen - was für eine Schlamperei, was für eine große Gefahr.
Eine Terrorgruppe könnte sich ein paar isolierte Polizisten schnappen und ihnen die Waffen abnehmen - und dann? Dann wären auf einmal bewaffnete Kämpfer mit Schusswaffen im Spiel - dann würde das Wort "ernst" eine ganz neue Bedeutung im Kontext der rituellen 1.Mai-Krawalle bekommen.
Weitere Bedrohungs-Szenarien:
- Eine Gruppe von militanten Straßenkämpfern könnte 20 Polizisten als Geiseln nehmen und damit die Polizeiführung zu allen möglichen Dingen erpressen.
- Es könnten Nahkampfwaffen vorher auf dem Schlachtfeld versteckt werden, allein ein Haufen Eisenstangen könnte zu einem großen Problem für die Polizei werden.
- Nahkampfteams von Straßenkämpfern könnten Stolperfallen für die meist in Zweierreihen laufenden Polizeitrupps auslegen, dafür bräuchten sie nur ein paar Schnüre, Draht oder dünne Seile.
Daran, dass all diese schlimmen Szenarien nicht eintreten, sieht man wie "kindisch" das gesamte Ritual und die Diskussion darum insgesamt ist. Eine Revolution findet nicht statt. Eine Herausforderung der Staatsmacht durch autonome Straßenkampfgruppen findet nicht statt. Ein Straßen-Kampf findet nicht statt. Eine Straßenschlacht findet nicht statt. Ein Krieg findet nicht statt. Ein Bürgerkrieg findet nicht statt. Eine soziale Unruhe findet nicht statt.
Es gibt viele Absurditäten an dieser 1.Mai-Kultur, vom Business-Modell der Kiezbewohner mit ihren Fress- und Sauf-Ständen, über die vielerorts zu beobachtende Kinderarbeit, über die reichen Partykids neben den armen Flaschensammlern, über die revolutionär großen Plastikmüllberge.
Die Jugendlichen haben kaum Bewußtsein für die Beweggründe ihrer Taten - sie handeln einfach aus Gruppensog,oder individuell im Affekt, vorallendingen aber einfach aus jugendlich unkontrollierter Affinität zum Gewalterlebnis, zum Kampf, zum Krieg - aber - sie denken währenddessen sie hätten ein Erklärungsmodell für ihre Handlung. Hinterfragt man dieses aber, zerfällt es meistens nach wenigen Sekunden.
Die Musik?
Die HipHop-Bühne in der Naunynstraße wäre am Inhalt der präsentierten Texte gemessen aus emanzipierter Sichtweise (und aus sozial-revolutionärer Sicht erst recht) allerhöchstens Wert komplett vom 1.Mai verbannt zu werden. Sie wäre eine eigene Gegendemonstration wert. Es ist eine Schande für HipHop und eine Schande für jeden der dort auftritt. HipHop-Bühne entweder mit würdigen Künstlern bestücken oder abschaffen. Eine Schande für jeden der auf diesem Fest war.
Die Gesamtstimmung mal etwas lockerer betrachtet:
- einmalig, muss man gesehen haben. Alle Kulturen und alle Subkulturen und alle Musikrichtungen und alle Modestile an einem Tag auf einmal und gleichzeitig. Faszinierend.
Links zu News rund um den 1.Mai 2009 in Berlin
Chronologische Sammlung, neuester Link oben.
Ab Ende Juli 2009 habe ich dann aufgehört die Google-Alerts zum Thema zu sammeln - nun - 2010 dürfte das getratsche wieder von vorne losgehen - *gähn*.
20.09.2009 Letzte Meldung zur Chemiebombe - Pressemitteilung der Berliner Polizei
16.07.2009
23.06.2009
- http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1118056/Gewalt_gegen_Beamte.html
- Der Steinewerfende Polizist; Details.
- http://de.indymedia.org/2009/06/254394.shtml
- Eine Liste von Gefangenen vom 1.Mai und dem aktuellen Status
12.06.2009 - Die Chemiebombe ist im Spiegel angekommen
- Spiegel "Randalierer attackierten Polizisten mit Gas" - 14 Tage lange hing die "Chemiebombe vom 1.Mai" in der Leitung von der Morgenpost/B.Z. bis zum Spiegel. Und wieder mal eine Runde grottenschlechter Panik-Propaganda mit Aussagen, die jeder Deutsch-Lehrer als "sachlich falsch" markieren würde, Beispiele:
- "unsere Leute wurden verheizt"
- Schwachsinn, selbst nach der "Chemiebombe" waren alle Polizisten noch so fit, dass sie jegliche Behandlung ablehnten - "verheizt" ist was anderes - dennoch kann ich bestätigen, dass es sicherlich für keinen Polizisten schön war dort rumzulaufen - sie hätten stattdessen einen schönen Abend zu Hause verbringen können, aber Nein, es musste ja die Krawall-Uniform angelegt werden und Kreuzberg-Urlaub gemacht werden...
- Ach, ich habe keine Lust mehr das Thema weiter zu behandeln ich habe hier (s.o. & s.u.) bereits alles weit und breit ausgerollt was es dazu zu sagen gibt. PUUUUUUUUUUUUUUUUNKT. Eine Revolution findet nicht statt. Eine Straßenschlacht findet nicht statt. Ein militanter Straßenkampf findet nicht statt. Wenn ihr Action wollt dann geht Gotcha spielen - ach nee, geht ja nicht mehr. Wenn ihr Action wollt dann geht auf's nächste Massen-Deatchmatch - ach nee, geht ja nicht mehr. Wenn ihr also wirklich Action wollt dann geht doch einfach zum Schützenverein! Oder zur Polizei ;) Oder gleich zur Bundeswehr! Ich geh' jetzt unrevolutionären, konventionellen, EU-geprüften Bio-Salat essen.
- "unsere Leute wurden verheizt"
08.06.2009
- Taz - Noch ein Bericht über die Stadtführungen zu Schauplätzen des 1.Mai.
07.06.2009
Auch hier lassen sich wieder die Standard-Kommentare beobachten, wie z.B.: "eine neue Qualität der Gewalt". Das hatte ich ja schonmal abgehandelt, aber hier nochmal: wir sind eine gewalttätige Spezies, und verglichen mit der Geschichte der Gewalt ist das "anzünden von Fußmatten" eindeutig keine "neue" Qualität. Dennoch versuche ich kein Freund der Gewalt zu sein und mich zu einer friedlichen Lebensform umzukonditionieren - demnach halt ich nichts von gewalttätigem Errorismus, weder von Sachen schmeissen, Sachen abfackeln, Leute einsperren, Waffen herstellen usw.
Nächste Runde:
Was hat das mit dem 1.Mai zu tun? Am 1.Mai 1969 gründete Ströbele das "Sozialistische Anwaltskollektiv".
06.06.2009
Action Days
Das Spiel geht in die Verlängerung.
Die Action-Days gehen vom 06.06.2009 bis zum 20.06.2009 - die Polizei macht sich Sorgen und fordert mehr Personal. Ich fordere auch mehr Personal für die Polizei, es gibt viel zu viele organisierte, kriminelle Banden und Mafia-Groß-Familien die frei rumlaufen und die Gesellschaft mit Menschenhandel, Zwangsprostitution, Drogenhandel, Schutzgelderpressung, Bestechungsgelder und Gewalt noch weiter in den Abgrund drängen, als sie sowieso schon ist.
Autos anzünden ist übrigens auch wenig hilfreich, und verschmutzt die Umwelt. Auto fahren übrigens auch. Autofahrer sind Terroristen. So ist das.
Brandanschlag auf Wohnhaus mit Bekennerschreiben
Angeblich fordern irgendwelche "Bekenner" die Freilassung irgendwelcher "Gefangenen" vom 1.Mai. Die haben wohl eine "Fußmatte" angezündet, unglaublicher Brandanschlag - Fußabtreter abfackeln - absoluter Bürgerkrieg hier... LOL. Fußmatten-Terroristen.
03.06.2009
Absurd:
Langweiliger Standard:
- Spiegel: KONSEQUENZEN AUS MAI-KRAWALLEN - "Ein Demo-Verbot ist der richtige Weg"
- Kommentar: Inneminister-Konferenz Schminnenminister-Konferenz = Spinnen Minister? Tiananmen oder wat? Ab nächstes Jahr darf man nicht mehr das Wort Demonstration denken. Nu ja, manche Demos sind echt überflüssig... ...aber verbieten ist verboten.
02.06.2009
Der Tagesspiegel meldet auch was, und zwar: "Innenminister wollen stärker gegen Schläger vorgehen".
Na das kann ja lustig werden, ich stelle mir das gerade bildlich vor ;) Auch hier wird wieder die "Gewalt gegen Polizisten am 1. Mai" erwähnt, man muss dazu allerdings erwähnen, dass es eventuell am 1.Mai gar keine Gewalt gegen Polizisten gäbe, wenn sie nicht immer zu tausenden nach Kreuzberg anreisten. Das wäre übrigens mal auszuprobieren, am 1. Mai einfach KEINE Polizei, das spart Millionen, die paar Banken, Autos und Geschäfte die dann kaputt geschlagen werden kann man ja dann von einem Teil der eingesparten Gelder entschädigen (falls überhaupt was passiert). Wäre wohl mal einen Versuch wert.
Davon mal abgesehen bin ich absolut dafür, dass gegen "Schläger" und "Gewalttäter" aller Art vorgegangen wird, ich hasse Schläger. Und ich hasse Gewalt, deshalb sollten die Innenminister auch mal gegen die Waffenhersteller, Schützenvereine und die Rüstungsindustrie vorgehen.
- Die Welt: "Die Gewalt gegen Polizeibeamte ist massiver geworden"
- Das kommt auf den Zeitrahmen an, den man betrachtet - wie gehabt, früher wurde auf den Straßen geschossen, und zwar nicht mit Bierflaschen, sondern mit Gewehren.
Es sind immer die gleichen drei Zeitungen:
- Berliner Morgenpost
- B.Z.
- Die Welt
Beteiligung der Axel Springer AG an jeder dieser Zeitungen: 100%.
Anscheinend stimmt es tatsächlich, das gewisse "Blättchen" eine gewisse Linie fahren - ist ja auch kein Geheimnis, nur dass es sich so deutlich am Stichwort "1. Mai" ablesen lässt finde ich bemerkenswert. Der 1. Mai ist jetzt einen Monat her und wird trotzdem noch jeden Tag irgendwo als Begründung in Nebensätzen herangezerrt um Verschärfung von Gesetzen, neue Ausrüstung, mehr Polizei und allgemein härteres Durchgreifen zu fordern. *gähn*
01.06.2009
31.05.2009
Hat der Polizeiflüsterer von Berlin schon wieder bei der Berliner Morgenpost angerufen? Nein, diesmal waren es die Senats-Flüsterer der CDU, die sich mit einer Forderung nach härteren "Anti-Chaoten-Gesetzen" profilieren will:
- Berliner Morgenpost: "Schärfere Gesetze gegen Randalierer"
- Bei diesem Artikel fällt mir auf dass die MOPS (MOrgenPoSt) in ihrem CMS anscheinend eine eigene Kategorie "CDU" hat, ich werde mal beobachten ob die auch eine für "SPD" oder "FDP" haben, oder ob die sich gänzlich auf CDU-Propaganda beschränken.
Mittlerweile läuft auch auf, Verzeihung, behindymedia eine "Diskussion" über die Chemiebombe, wobei der sinnvollste Beitrag wohl die Feststellung ist, dass die Polizei selbst chemische Kampfstoffe einsetzt die in jedem Falle Augenreizungen und damit einhergehende Orientierungslosigkeit auslösen, bei heftigerem Einatmen auch Übelkeit und Erbrechen. Und wie gehabt, niemand hat 47 Polizisten auf dem Boden rumkriechen sehen, es ist also wahrscheinlich einfach nicht passiert, bzw. zumindest nichts was den Begriff "Chemiebombe" wert wäre.
30.05.2009
Bisher erst 1,5 Pressemeldungen zur "Chemie-Bombe" vom 1.Mai, hier die Nr.1,5:
- B.Z.: "Mai-Chaoten warfen Chemie-Granate"
- Seltsam, dass diese Meldung bisher nicht die Runde macht, normalerweise sind doch alle sofort mit an Bord wenn es um "Bomben" geht, die B.Z.-Meldung ist auch sehr kurz und beruft sich auf den Artikel der Morgenpost vom Tag zuvor, und gibt als Quelle der Morgenpost "Sicherheitskreise" an.
Was sind denn bitte "Sicherheitskreise"? Wahrscheinlich eine Standard-Formulierung zum Quellenschutz. Der "Polizeiflüsterer von Berlin" flüstert also der Berliner Morgenpost was ins Ohr - und die schreiben das dann. Ich könnte mich ja auch mal auf Sicherheitskreise berufen, oder auf gut informierte Kreise, Insiderkreise, höhere Kreise oder eckige Kreise. Jenau, als echter Jonzoo-Journaillist berufe ich mich ab jetzt nur noch auf eckige Kreise.
Wie Jonzoo's Sudelwiki unter Berufung auf gut informierte Quellen aus eckigen Kreisen berichtet ist die Erde keine Kugel.
Hach ja, wie gerne hätte ich doch ein Recht auf freie Meinungsäußerung, oder zumindest eine eigene Rechtsabteilung die mir den Scheiss vom Hals hält. Leider habe ich das nicht. Deshalb ist es hier auch nicht wirklich interessant, denn über die wirklich interessanten Dinge darf man ja nicht mehr schreiben. Also muss ich entweder Super-Hacker werden und alles anonym veröffentlichen (voll anstrengend), oder einfach schnell auswandern, möglichst weit wech, auf irgendsoeine Insel die bald untergeht, aber bis dahin kann man da sicher noch super rumsitzen und online rumsudeln. *Oifz*
29.05.2009 - "Die Chemiebombe vom 1.Mai"
Jetzt geht's los, oder wat?!
Ich habe davon nichts gesehen, nichts gehört und nichts mitbekommen - nichtmal den Anflug des Hauchs des Schattens eines Gerüchtes. Ich habe auch keine Polizisten auf dem Boden rumkriechen sehen. Ich habe wohl was verpasst. Das war wohl auch ganz gut so, denn auf Giftgas-XY in meiner Nähe habe ich nunmal überhaupt, absolut maximal keinen Bock. Kranker Scheiss. Gibt's davon irgendwelche Bilder oder Videos? Ich meine von den kotzenden, kriechenden Polizisten? Hat irgendjemand das gesehen? Falls ja, bitte eine E-Mail an chemiebombe@ooommm.org .
47 Polizisten in wenigen Sekunden ausser Gefecht gesetzt? Wie denn das? Um Wieviel Uhr genau? Und an welchem Ort genau (der Kotti ist groß)? Zumindest die Polizei müsste Videos davon haben. Und die ganzen anderen Kamerateams. Es war ALLES voll mit Kameras, da muss doch irgendwo, irgendwas dazu dabei sein.
27.05.2009
26.05.2009
Phantombilder, Phantomopfer und Phantomjournalismus.
23.05.2009 & 24.05.2009
Leider erstmal nur die B.Z. als Quelle, jedenfalls war die "Etwas besseres als die Nation - gegen die Falsche Freiheit"-Demo des T.O.P.-Bündnisses wohl friedlich, wie erwartet, dennoch hier eine schöne Propaganda-Sammlung:
- B.Z.: "Linksradikale starten später"
- B.Z.: "2000 bei Demo unterwegs"
- Bild: "2000 Linksradikale demonstrieren in Berlin"
- Handelsblatt: "Festnahmen bei linker Demo in Berlin"
Wie man sieht berichten nur die enttäuschten Müll-Schleudern über den "möglichen" Krawall, der nicht stattgefunden hat und somit die erwünschten Bilder von brennenden Autos zum mühelosen Füllen von 4 Seiten pro Tag für die nächsten zwei Wochen.
Man stelle sich vor es hätte ein wenig Kinder-Krawall gegeben, dann hätte es aus allen Ecken gehiessen "Wir haben es ja gesagt", "Die Polizeiführung ist zu lasch", "Wir müssen härter durchgreifen" und das politische Schlechtelmechtel-Scheingefechtel der letzten zwei Wochen hätte sich wiederholt. Mein Gott ist das billig.
Übrigens sind die meisten Staaten unwürdig gefeiert zu werden, schliesslich leben wir alle immernoch auch einem aggressiven, gewaltgeprägten Schrottplanet mit halb-intelligenten Affenformen.
22.05.2009
Den Teufel an die Wand schreiben, die Hauptaufgabe folgähnender Langweiler-Zeitungen:
- Tagesspiegel (na gut, die CDU hat die Propaganda-Hosen bis obenhin randvoll eingeschissen und versucht irgendwo die Windeln loszuwerden, der Tagesspiegel will ihnen nur dabei helfen)
- Berliner Kurier, "Angst vor neuen Mai-Krawallen - Chaoten wollen Feiern zum 60. Jahrestag stören", Veröffentlicht in der seltsamen Zeitungskategorie "Drohung". Das ich nicht lache, liegt daran, dass ich gerade Bio-Müsli esse und es zu kostbar ist um es auszuspucken ;)
- "2000 Teilnehmer bei Protesten gegen Republikgründung erwartet" - warum auch immer Aschaffenburg24 darüber berichtet, wahrscheinlich ein links-radikaler Praktikant in moderner Web-Sklaverei. Ach du grüne Neune!
Interessant ist allerhöchstens die historische Festschreibung "nach den schweren Krawallen am 1.Mai 2009". Wie in anderen Teilen dieser Seite erläutert hat ein schwerer Krawall hat nie stattgefunden. Wirklich nicht. Planet der Kinderkacke.
21.05.2009
Seit Tagen ist Ruhe im Karton. Ab und an noch ein Rückbezug in der Vorschau auf den 23.05.2009 und einige dort stattfindenden Demonstrationskis:
16.05.2009
Ouh. Die Berliner Morgenpost kommt diesmal zu spät und schiebt um 3 Uhr Nachts schnell den Artikel zur ersten Verurteilung eines Flaschenwerfers von der Nacht auf den 1.Mai raus - diesmal war sie nämlich nicht der erste am Krawall-Ball:
- 57jähriger nach Krawallen am 1.Mai verurteilt.
- Was fällt auf?
- 1. Ein kleines Detail: Die Tat hat in der Nacht auf den 1.Mai stattgefunden, genau genommen müsste man also vom "Walpurgisnacht-Krawall" sprechen.
- 2. Die anderen Meldungen erwähnen, dass der 57-Jährige ein Familienvater ist - die Berliner Morgenpost unterlässt das. Vielleicht bewusst, um ja keinen Anflug der Sympathie aufkommen zu lassen. Schliesslich passt ein 57 Jahre alter Familienvater so überhaupt nicht in das Bild des links-radikalen, jugendlichen Krawall-Kid.
- Was fällt auf?
15.05.2009
Extended Hype Season. Die Medien komponieren erfolgreich den melodiösen Übergang vom 1.Mai zu den Feiern zu 60 Jahren Grundgesetz am 23.Mai - so gehen ihnen nie die Gründe aus den Teufel an die Wand der leeren Seiten ihrer Zeitungen zu malen.
Besonders die Berliner Morgenpost tut sich hier hervor, sie hat heute gleich 3 Artikel zum Thema veröffentlicht, während andere Medien nur wenig oder garnichts zum Thema 1.Mai mehr haben:
- Sorge vor neuen Krawallen am 23. Mai - Korrekt müsste die Überschrift lauten: "Berliner Morgenpost hofft auf neue Krawalle am 23.Mai". Vögel.
- Berliner Polizei rechnet Ende Mai erneut mit Krawall - Korrekt müsste die Überschrift lauten: "Die Berliner Morgenpost hofft auf Krawall am 23.Mai um ihre Seiten füllen zu können und die Auflage durch "Sensationen" vor dem Absturz zu bewahren.".
- Die Taktik der Polizei
Noch ein wenig politisches Rest-Scharmützel innerhalb der LINKEN über die Anmeldung der 1.Mai-Demo durch ein Parteimitglied, spiegelgefochten im Neuen Deutschland:
Doch noch was eingetrudelt heute: Erstes Urteil gegen einen Flaschenwerfer von der Walpurgisnacht. Der moderne Straßenkiller von heute: ein 57-jähriger Familienvater. Urteil: 14 Monate auf Bewährung. Wow: vier Doppelpunkte in keinem Satz. Rekord. Quelle:
14.05.2009
12.05.2009
10.05.2009
08.05.2009
07.05.2009
06.05.2009
05.05.2009
04.05.2009
- Die Polizei erkennt eine neue Gewaltdimension, FTD, (wahrscheinlich hat sie dafür die Bilder des Hubble-Teleskops falsch ausgewertet)
- FTD ist ja manchmal ganz gut, aber dieser Artikel führt den gesammelten Unfug aller Pressemeldungen zusammen in ein großes Gesamtzerrbild. Hier lässt sich sehr schön die Mutation von Nachrichten über den Zeitraum von 2 Wochen beobachten - von den Vorankündigungen und Warnungen vor dem 1.Mai bis zu den Polizistenmord-Schlagzeilen nach dem 1.Mai - inklusive aller politischen Nutznießer und Senfabgeber. Hier einige Beispiele groben Unfuges:
- FTD: "Die Schwere der Taten lässt nach Ansicht der Polizeigewerkschaft eine neue Dimension der Gewalt erkennen."
- Jonzoo: Es war einfach genauso wie jedes Jahr, kein Unterschied, eine Revolution fand nicht statt. Eine Straßenschlacht fand nicht statt. Nur der übliche Flaschen- und Steinhagel. Geschätzt insgesamt vielleicht allerhöchstens 3000 Flaschen und Steine. Und zweimal Brandsätze - wovon anscheinend nur einer getroffen hat, und der hat keinen Schaden angerichtet. Hätte. Könnte. Wenn. ABER! Um in "eine neue Dimension" der Gewalt vorzudringen braucht's wohl etwas mehr. Aber das Stammtisch-Getratsche zum 1.Mai von allen Seiten (inklusive der Riot-Superhelden, da muss man sich nur in den Park setzen und von allen Seiten hört man Stories...) führt tatsächlich zu einer totalen Verklärung und Verdunklung der Tatsachen und der Mechanismen (psychologische, massenpsychologische, gruppenpsychologische) die zum jährlichen Mai-"Krawall" führen. Eine militante Straßenschlacht findet nicht statt.
- FTD: "Bei den Krawallen war die Gewaltbereischaft der Beteiligten höher als in früheren Jahren - erkennbar an der Zahl der Festgenommenen."
- Jonzoo: Es besteht kein kausaler Zusammenhang zwischen Gewaltbereitschaft und der Zahl der festgenommenen. Es kann sehr viel Gewalt ausgeübt werden ohne das eine einzige Person festgenommen wird. Genauso können sehr viele Personen festgenommen werden ohne dass sie Gewalt ausüben. In einem Krieg wird auch niemand festgenommen, dennoch gibt es dort maximale Gewaltbereitschaft.
- XYZ: Es gibt fast immer mehr verletzte Polizisten als Demonstranten.
- Jonzoo: Haaa-Haaaaa!?! Woran das wohl liegen mag? Wahrscheinlich dass bei der Polizei jeder Kratzer gezählt wird und die meisten Demonstranten nichtmal mit ner Platzwunde am Kopf ins Krankenhaus gehen sondern sich selbst versorgen und dann allerhöchstens am nächsten Tag irgendwo zum Arzt gehen.
- FTD: ""Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es den ersten Toten dabei gibt", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg."
- Jonzoo: Woran soll der denn sterben? Allerhöchstens sterben am 1.Mai Leute an Hirnversagen. Alles, aber auch wirklich alles auf dieser Welt ist eine Frage der Zeit, demnach ist das eine Null-Aussage, da sie für alles gilt. Genauso könnte man sagen: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis am 1.Mai keine Polizei mehr auftaucht weil alle Menschen in Frieden miteinander leben." Oder: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Sonne explodiert und wir alle sterben.".
- FTD: "Polizeispräsident Dieter Glietsch sagte dem Rbb: Die Täter seien "zum Teil mit schweren Waffen gegen Polizisten vorgegangen". "
- Jonzoo: Schwere Waffen? Die schwersten Waffen die auf diesem 1.Mai zu sehen waren, waren die Dienspistolen der Polizisten in ihren Halftern. Die schwersten Waffen haben wahrscheinlich allerhöchstens 1kg gewogen, falls man das wörtlich nehmen will und das geworfene Fahrrad der Deutschen Bahn nicht mitrechnet. Wie gehabt, es war alles wie immer: 1 Polizist stürmt vor, 500 "gewaltbereite Polizistenmörder" nehmen die Beine in die Hand und rennen wie die kleinsten Feiglinge der Welt um ihr Leben, obwohl sie sogar ganz legal einfach stehen bleiben könnten - sie haben ja bis dahin zum Großteil nichts getan, brauchen also auch nicht wegzurennen. Die Flaschenwerfer sind Einzeltäter oder allerhöchstens schlecht organisierte Kleingruppen (allerhöchstens). Ein Straßenkampf findet nichts statt. Es wird auch kein bestimmter Raum verteidigt. Es wird auch von den Randalierern nichts angegriffen. Es würde einfach überhaupt nichts passieren, wenn die Polizei nicht in den Sektor des MyFestes eindringen würde. Nichts. Die Polizei müsste nur die umliegenden Tankstellen, Bankfilialen, Autohäuser und Supermärkte bewachen und fertig. Die Dönerläden werden ja nicht angegriffen, und die anderen Kiezläden auch nicht.
- FTD: "Rund um die U-Bahn-Station Kottbusser Tor hatten sich am 1. Mai etwa 2500 meist linke Randalierer stundenlange Straßenschlachten mit der Polizei geliefert"
- Jonzoo: Eine Straßenschlacht hat nicht stattgefunden. Es wurde ein wenig hin- und hergerannt. Einige Flaschen flogen durch die Gegend . Einige Leute wurden verhaftet. Eine Straßenschlacht hat nicht stattgefunden. Es gab fast keinen Widerstand gegen Festnahmen. Bei einem militanten Straßenkampf kämpfen beide Parteien bis auf's Blut, bis zum Tod, kämpfen für irgendeine Sache, kämpfen um ihr Leben - aber am 1. Mai kämpft niemand für irgendwas und jeder für alles aber alleine in der willenlosen Masse und deshalb passiert eigentlich nichts. Eine Revolution findet nicht statt. Eine soziale Unruhe findet nicht statt. Folgendes findet statt:
- Gelaber vor dem 1. Mai
- Gelaber am 1. Mai
- Gelaber nach dem 1. Mai
- Jonzoo: Eine Straßenschlacht hat nicht stattgefunden. Es wurde ein wenig hin- und hergerannt. Einige Flaschen flogen durch die Gegend . Einige Leute wurden verhaftet. Eine Straßenschlacht hat nicht stattgefunden. Es gab fast keinen Widerstand gegen Festnahmen. Bei einem militanten Straßenkampf kämpfen beide Parteien bis auf's Blut, bis zum Tod, kämpfen für irgendeine Sache, kämpfen um ihr Leben - aber am 1. Mai kämpft niemand für irgendwas und jeder für alles aber alleine in der willenlosen Masse und deshalb passiert eigentlich nichts. Eine Revolution findet nicht statt. Eine soziale Unruhe findet nicht statt. Folgendes findet statt:
- FTD: "Chaoten griffen immer wieder die Polizei mit Steinen, Flaschen und Böllern an und errichteten brennende Barrikaden."
- Jonzoo: Was auch immer ein "Chaot" ist. Steine, Flaschen, Böller - stimmt. Was die Böller angeht ist es eindeutig gefährlicher an Sylvester auf die Straße zu gehen, viel gefährlicher, da fliegen einem ständig und überall Böller um die Ohren, warum? Weil die wirklichen "Chaoten" besoffen oder auch nüchtern Böller auf alles und jeden und unachtsam in alle Richtungen werfen, auf die Straße, auf den gegenüberliegenden Bürgersteig oder auch einfach vom Balkon oder aus dem Fenster. Aber am besten ist immernoch "errichteten brennende Barrikaden" - soll das ein Witz sein? Oder soll das ein ernsthafter Zeitungsbericht sein? Zwei Bierbänke sind heute schon eine Barrikade? Eine einzelne brennende Mülltonne ist schon eine brennende Barrikade? Das ist doch absoluter Schwachsinn. Ein Barrikadenbau hat nicht stattgefunden. Niemand hat sich verbarrikadiert. Es war keine Barrikade zu sehen. Und wie man im Wikipedia-Artikel zu Barrikaden nachlesen kann waren die Straßenkämpfe selbst im Jahre 1830 heftiger als am 1. Mai, das ist bald 200 Jahre her, und im Vergleich dazu war der 1. Mai das friedlichste Fest aller Zeiten. Vonwegen neue Dimension der Gewalt. Eine Straßenschlacht hat nicht stattgefunden.
- Das geht immer so weiter aber ich höre jetzt auf.
- Barrikadenbau-Theorie von Auguste Blanqui
- FTD: "Die Schwere der Taten lässt nach Ansicht der Polizeigewerkschaft eine neue Dimension der Gewalt erkennen."
- FTD ist ja manchmal ganz gut, aber dieser Artikel führt den gesammelten Unfug aller Pressemeldungen zusammen in ein großes Gesamtzerrbild. Hier lässt sich sehr schön die Mutation von Nachrichten über den Zeitraum von 2 Wochen beobachten - von den Vorankündigungen und Warnungen vor dem 1.Mai bis zu den Polizistenmord-Schlagzeilen nach dem 1.Mai - inklusive aller politischen Nutznießer und Senfabgeber. Hier einige Beispiele groben Unfuges:
03.05.2009
30.04.2009 bis 02.05.2009
Chaotische Sammlung
Indymedia, einmal alles mit doppelt Senf und Käse bitte:
- Selbstdarstellung der ARAB zur revolutionären 1.Mai 18 Uhr Demo
- Die Kommentar-Sektion dieses Artikels ist sehr schön vielseitig und trägt die vielen Sichtweisen der Ereignisse zusammen, sogar die, die eigentlich nicht schreiben können versuchen es. Dazwischen gibt es dann immer wieder sehr gute Zusammenfassungen, Links und Ansagen.
- Zusammenfassung auf Indymedia plus Kommentare
Wie findet man mehr News dazu: Google-News+1.Mai+Berlin - ihr Horsts!
- http://www.welt.de/politik/article3659795/Linke-und-Rechte-suchen-zum-1-Mai-die-Randale.html
- Die Welt ist nicht die Welt, bzw. die Welt ist keine Zeitung - eventuell ist sie ein digitales Klopapier, gebraucht.
- http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,622365,00.html
- http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,622336,00.html
- http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,622122,00.html
- http://www.antifa.de/cms/content/view/1054/32/
- http://www.antifa.de/cms/content/view/1064/1/
- Kommentar: kriegerische Kriegstreibende Kriegsaktivisten = Krieger = stolz drauf = dumm?
- Atari Teenage Riot? ...
- Kommentar: kriegerische Kriegstreibende Kriegsaktivisten = Krieger = stolz drauf = dumm?
28.04.2009
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